Urteil zu Beispiel-Rechnungen
Anlageberater haften für schräge Beispiele

Die bei einer Anlageberatung genannten Beispiel-Rechnungen müssen schlüssig und plausibel sein. Der Vermittler haftet für schräge Beispiele, wenn klar ist, dass sich der Kunde auf die Sachkunde des Beraters verlassen will, sagt ein Urteil.

WiWo/ AP BERLIN. Dies berichtet "Finanztest" unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart. Einem Anleger sei Schadenersatz für seine Verluste aus einem geschlossenen Immobilienfonds zugesprochen worden.

Im konkreten Fall waren dem Investor Fondsanteile im Wert von rund 30.000 Euro verkauft worden. Im persönlichen Berechnungsbeispiel hatte der Vermittler den Angaben zufolge falsche Zahlen über die prognostizierte Wertsteigerung der Objekte präsentiert. Das Berechnungsmodell habe nicht mit der angebenen prognostizierten Wertsteigerungsrate der Immobilien von vier Prozent funktioniert, sondern wäre nur mit sieben Prozent Steigerung aufgegangen.

Das Argument der Vertriebsfirma, der Kunde hätte sicher auch bei korrekter Rechnung gekauft, ließ das Gericht den Angaben zufolge nicht gelten. Es argumentierte vielmehr, solange nicht das Gegenteil bewiesen sei gelte der käuferfreundliche Grundsatz: Bei vernünftiger Aufklärung verhalten sich Käufer auch entsprechend. Mangels Beweis musste die Firma den Angaben zufolgen die Fondsanteile zurücknehmen und Kaufpreis und Zinsen erstatten.

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