US Airways als Mitglied aufgenommen
Star Alliance will Billigfliegern trotzen

Die Luftfahrt-Branche sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Lufthansa-Chef Jürgen Weber glaubt, dass SARS nur ein vorübergehendes Phänomen ist. Er hoffe, dass sich die Branche bald erhole, sagte Weber in Washington. Insbesondere die Lufthansa werde von einem neuen Aufschwung profitieren, der Nachholbedarf das traditionell starke Asiengeschäft der Gesellschaft beflügeln werde.

HB FRANKFURT. Dass die Talsohle durchschritten sei, glauben auch andere Konzernlenker der Luftfahrt-Branche. Joergen Lindegaard, Vorstandsvorsitzender der skandinavischen SAS, glaubt, "den Boden gesehen zu haben". Auch Cheong Choong Kong, Chef der Singapore Airlines, geht davon aus, dass der normale Geschäftsbetrieb bald wieder möglich sein werde: "Wir sind optimistisch, dass sich der Markt bald erholt. Wir haben das Schlimmste gesehen.

Die Erfolgsnachricht kam zur rechten Zeit, mitten in einer schweren Krise. Ebenso diese: Die Star Alliance, der größte Zusammenschluss von Fluggesellschaften, an dem auch die Lufthansa beteiligt ist, hat jetzt in Washington die amerikanische Fluggesellschaft US Airways als 17. Mitglied aufgenommen und damit ihren Marktauftritt gestärkt.

Neue Verbindungen zur US-Ostküste

US Airways, siebtgrößte Fluggesellschaft der USA, bringt insbesondere ihr gutes Netz an der Ostküste der USA ins Bündnis ein. Im Osten der Vereinigten Staaten ist die Gesellschaft Marktführer. Künftig erreichen die Flugzeuge der Allianz 771 Flughäfen (bislang 700) in 133 Ländern (bislang 128). Fluggäste können bei Reisen in die neuen Ziele die Koffer durchchecken und zusätzliche Bonusmeilen sammeln. Geschäftsreisenden stehen künftig auch die Business-Lounges der US Airways offen.

Branche in der Krise

Die Luftfahrtbranche steckt derzeit in der größten Krise ihrer Geschichte: Terrorangst (seit dem 11. September 2001), Konjunkturflaute, Irakkrieg, Lungenkrankheit SARS. Die Allianzmitglieder Air Canada und United Airlines können sich nur durch Flucht unter einen im US- wie auch kanadischen Recht vorgesehenen Gläubigerschutz vor Insolvenz retten.

Den Mehrwert der globalen Vernetzung und der Vielflieger-Vorteile wollen die Allianzmitglieder künftig noch stärker vermarkten, um sich gegenüber der Billigflieger-Konkurrenz zu behaupten. Doch letztlich werden sich die etablierten Gesellschaften auf den weiteren Verlust von Marktanteilen einstellen müssen. Das gestand jetzt Brock Friesen, Vizepräsident Finanzen und Strategie der Star Alliance, ein.

Das Verhalten der Kunden ändere sich; die Erträge würden nie mehr auf frühere Höhen klettern. Chancen sieht der Allianzvertreter nicht nur in Kostensenkungen, die alle Airlines derzeit zu erreichen suchen. Die Preismodelle müssten einfacher werden, sagte Friesen im Blick auf die Angebote der Billigflieger.

Auch in Kooperationen mit Herstellern und Zulieferern sehen die Fluggesellschaften Einsparpotenziale - zu gegenseitigem Nutzen. So hat der Hersteller von technischen Geräten, Monitoren und Displays Rockwell Collins eine "strategische Allianz" angeboten. Nicht nur durch Standardisierung ließen sich für beide Seiten Kostenvorteile nutzen, sondern auch durch langfristige Anpassung der Produktionskapazitäten an die Wünsche der Fluggesellschaften, sagte Craig Elliott, Direktor im Bereich Kundenbeziehungen bei Rockwell Collins.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%