US Airways will staatliche Kredite beantragen
US Airways will staatliche Kredite beantragen

US-Fluggesellschaften erwirtschaften weiter hohe Verluste

NEW YORK. Mit den Ergebnissen von United Airlines ging eine erschreckende Woche für die US-Fluggesellschaften zu Ende. Bis auf Southwest Airlines legten alle großen Anbieter einen Verlust für das erste Quartal 2002 vor. Insgesamt verloren die acht größten Fluggesellschaften 2,4 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal 2001 waren es bereits 9 Milliarden Dollar gewesen. Die Amerikaner fliegen zwar wieder mehr, dafür aber günstiger. Die Sitze in der Business-Klasse bleiben weiterhin leer.

UAL Corp., die Muttergesellschaft von United Airlines, hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 510 Millionen Dollar verloren, verglichen mit 313 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Nummer Zwei der Branche machte damit jedoch weniger Verlust als Analysten befürchtet hatten. Der Umsatz fiel um 26 % auf 3,29 Milliarden Dollar. UAL, dessen Flugzeuge für die Terroranschläge vom 11. September 2001 entführt worden waren, hatte bereits 2001 mit 2,1 Milliarden Dollar den höchsten Verlust der Branche eingefahren. "Wir sehen sicherlich Zeichen, dass sich die Lage langsam bessert. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", sagte der UAL-Chef Jack Creighton. Wie Delta Air Lines und American Airlines rechnet auch UAL mit erheblichen Verlusten im zweiten Quartal.

Die AMR Corp., der Mutterkonzern von American Airlines, hat einen Verlust von 575 Millionen Dollar vorgelegt. Der Umsatz der größten US-Fluggesellschaft, deren Maschinen ebenfalls bei den Attentaten benutzt worden waren, sank um 13 % auf 4,14 Milliarden Dollar.

Delta, die Nummer Drei der Branche, machte 397 Millionen Dollar Verlust bei einem Umsatz, der um 19 % auf 3,1 Milliarden Dollar fiel. Northwest Airlines, die viertgrößte US-Fluggesellschaft, erwirtschaftete wie im Vorjahr 171 Millionen Dollar Verlust. Der Umsatz sank um 17 % auf 2,18 Milliarden Dollar. Continental Airlines verlor im ersten Quartal 166 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel um 19 % auf 1,99 Milliarden Dollar. Continental-Chef Gordon Bethune nahm zudem seine Prognose zurück, dass das Unternehmen schon im zweiten Quartal profitabel sein werde. Aber er will die Gewinnzone im zweiten Halbjahr erreichen.

US Airways, die am stärksten von den Folgen der Anschläge betroffen war, machte 269 Millionen Dollar Verlust und setzte mit 1,71 Milliarden Dollar 24 % weniger um als im Vorjahr. "Es ist schwer, irgendetwas ermutigendes über deren Ergebnisse zu sagen" kommentierte UBS Warburg-Analyst Sam Buttrick die Zahlen. US Airways will staatliche Kredite beantragen, die die Regierung der Branche nach dem 11. September angeboten hat. Es wäre die erste große Gesellschaft, die einen Teil des zugesagten 10 Milliarden Dollar-Kredits beantragt. Die zuständige Behörde verlangt, dass die Antragsteller ihre Kosten reduzieren und einen realistischen Geschäftsplan vorlegen.

Der einzige Lichtblick kam auch in diesem Quartal von dem regionalen Billig-Flieger Southwest-Airlines, mit einem knappen Gewinn von 21,4 Millionen Dollar. Doch im Vergleich zum Vorjahr sind das 82,3 % weniger. Der Umsatz fiel um 11,9 % auf 1,26 Milliarden Dollar.

Zwei weitere kleine Billiganbieter wagten in den vergangenen Wochen sogar den Gang an die Börse. Der Kurs von Jet Blue Airlines liegt noch immer weit über dem Einstiegspreis. Der Börsengang der Continental-Tochter Express Jet in dieser Woche lief dagegen schlechter.

Quelle: Handelsblatt

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%