US-Aktien von Tagestief erholt
Wall Street zwischen Zahlen und Emotionen

Starke Zahlen von American Express und McDonald?s halfen dem Dow am Nachmittag aus den tiefsten Tiefen heraus. Zum Schluss verzeichneten die wichtigsten Aktien-Indizes nur kleinere Verluste gegenüber dem Vortag.

NEW YORK. Das Standardwerte-Barometer Dow Jones beendete einen unruhigen Tag mit einem Minus von 15 Zählern oder 0,2 % bei 10.205 Punkten. Der breitere S&P-500-Index verlor 0,1 % auf 1124 Punkte. Die Nasdaq gab 8 Zähler ab und ging bei 1802 Punkten aus dem Handel.

Die meisten Anleger konnten letztlich zufrieden sein: Der Dow hatte am Mittag zeitweise bis zu 160 Punkte verloren - nachdem in Mailand ein kleines Flugzeug in einen Wolkenkratzer gecrasht war. Die Stimmung auf dem Parkett entspannte sich, nachdem die Behörden erklärt hatten, es handele sich vermutlich um einen Unfall. Zunächst hatten Marktteilnehmer einen Terroranschlag befürchtet.

Mit einem Plus von 5,5 % zählte die Fastfood-Kette McDonald?s zu den größten Gewinnern im Dow Jones. Die Hamburgerbraterei schlug die zuvor reduzierten Prognosen der Wall Street. Dennoch: Das Unternehmen verkaufte deutlich weniger Burger und Pommes als in Vergleichsquartealen. Rinderwahnsinn und Konjunkturkrise schreckten die Kunden ab.

Zu den Gewinnern gehörte auch IBM . Nach den Turbulenzen der vergangenen Woche stimmte IBM die Investoren nun milde: "Big Blue" erfüllte die Gewinnerwartungen der Wall Street und bekräftigt die Prognosen für das gesamte Jahr. "Die Ergebnisse sind nicht so schlimm wie die Vorankündigung von letzter Woche zunächst befürchten ließ," sagen die Analysten von JP Morgan Securities trotz eines Gewinneinbruchs um 32 %. Die Aktie gewann 4,5 %.

Mit American Express hat am Nachmittag auch der dritte Finanzwert im Dow Quartalszahlen gemeldet. Das Kreditkartenunternehmen konnte nicht nur die Erwartungen der Analysten deutlich schlagen, sondern weist vor allem ein Gewinnwachstum von 15 % gegenüber dem Vergleichsquartal des letzten Jahres auf. Allerdings sind nicht die Einnahmen wesentlich gestiegen, vielmehr hat American Express erfolgreich an der Kostenschraube gedreht. Die Aktie legte 3 % zu.

Dagegen verkauften die Investoren Papiere von SBC Communications. Die Telefongesellschaft trifft zwar die Erwartungen der Analysten. Allerdings sieht sich SBC in einem "herausfordernden" Marktumfeld. Es werde sehr schwierig, die Umsatzziele für das gesamte Jahr zu erreichen, warnt das Management. Das Papier verbilligte sich um 4,5 %.

Größter Verlierer im Dow Jones war Honeywell . Aufgrund schwacher Absätze sowie zusätzlicher Restrukturierungskosten wird der Mischkonzern im zweiten Quartal die Prognosen verfehlen. Eine robuste wirtschaftliche Erholung auf breiter Front sei nach Angaben des Managements noch nicht in Sicht. Die Aktie büßte 5,8 % ein.

Schlechte Nachrichten gab es auch von Nokia . Das finnische Mobilfunk-Unternehmen enttäuschte die Investoren mit einer Umsatzwarnung Der weltgrößte Handyhersteller werde in diesem Jahr rund 20 Millionen Geräte weniger verkaufen. Die Erholung schreite langsamer voran als bislang erwartet, so das Management. Die Aktie verlor 12 %. Die enttäuschenden Nachrichten von Nokia setzten den gesamten Chip-Sektor unter Verkaufsdruck. Intel und Conexant büßten zwischen 1 und 3 % ein.

Auch Applied Material Devices verbilligte sich im Handelsverlauf um 14 %. "Es geht erst bergauf, wenn die Leute wieder anfangen Computer zu kaufen", erklärte der Chip-Produzent. Mit Blick auf die Zukunft äußerte sich das Unternehmen sehr zurückhaltend. Im ersten Quartal verbuchte AMD einen Umsatzrückgang von 24 %. Der Verlust fällt allerdings geringer aus als von den Analysten erwartet.

KLA-Tencor enttäuschte die Investoren ebenfalls: Die Aufträge des Chip-Ausrüsters werden im vierten Quartal, welches im Juni endet, nur um 10 Prozent zulegen. Mitbewerber wie Novellus Systems rechnen dagegen mit einem Auftragszuwachs von 43 Prozent in dem traditionell starken Quartal. Marktteilnehmer rätseln, warum Kla-Tencor im Gegensatz zur Konkurrenz von einem schwachen Wachstum ausgeht, so Brett Hodess, Analyst bei Merrill Lynch. Die Aktie beendete den Tag mit einem Minus von 5 %.

Nur EMC weckte die Kauflust der Anleger: Zwar schrieb der Datenspeicher-Spezialist zum dritten Mal in Folge rote Zahlen, doch übertraf das Unternehmen die Schätzungen der Analysten um einen Penny. Die Umsätze brachen gegenüber dem Vorjahresquartal um 44 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ein. Dennoch schloss das Papier mit einem Plus von 6 %.

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