US-Anbieter Morningstar: Auftritt in Deutschland Teil der Europa-Offensive US-Anbieter Morningstar: Auftritt in Deutschland Teil der Europa-Offensive
Mehr Wettbewerb bei Fonds-Ratings

Der Anleger kann unter vielen Tausend Investmentfonds wählen. Orientierung tut not, da reine Performance-Hitlisten nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage für einen Produktkauf taugen. Immer mehr Anbieter springen mit umfassenden Bewertungen in die Bresche. Sie vergeben "Schulnoten" an Fonds.

FRANKFURT/M. Am 15. Februar wird das Deutschland-Büro eröffnet - wahrscheinlich in München und mit Anne Connolly an der Spitze. Bis Morningstar den deutschen Anlegern seine Fonds-Ratings anbieten kann, wird es aber noch einige Zeit dauern. Die 60 Experten von Morningstar Europe in London arbeiten laut Kenton Smith und Marc Buffenoir noch an ihrem gesamteuropäischen Konzept für die vergleichende Investmentfonds-Bewertung.

Morningstar als renommierter Anbieter von Fonds-Ratings in den USA ist seit kurzem in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen und Finnland präsent. Weitere Büros werden laut Buffenoir Anfang Februar in Paris, im März in Amsterdam, London und Mailand eröffnet. Von insgesamt rund 15 000 Fonds-Portfolios in Europa sollen mindestens 90 % geratet werden - wie in USA können die Anleger per Internet darauf zugreifen.

Smith: "Zum Angebot gehören das quantitative Star-Rating, eine relative Bewertung des Fonds im Vergleich mit ähnlichen Fonds sowie im Aktienbereich eine Zuordnung zu den Anlagestilen Value oder Growth." Morningstar orientiere sich auch in Europa an den Bedürfnissen der Privatanleger. Die Investoren sollen etwa ihre Fonds-Depots übergreifend analysieren können.

S & P arbeitet mit beiden Konzepten

In Zukunft wird es aus Sicht der deutschen Fonds-Anleger demnach drei Anbieter von Fonds-Ratings geben, allerdings mit teilweise unterschiedlichen methodischen Ansätzen. Feri Trust, die Vermögensverwaltungs- und Fondsresearchfirma in Bad Homburg, offeriert seit zwei Jahren Bewertungen, die auch in den täglichen Handelsblatt-Analysen berücksichtigt sind (siehe unten). Diese "quantitativen" Ratings basieren auf Datenbankauswertungen, auf einer Analyse der Wertentwicklungen und der Höhe der längerfristigen Wertschwankungen .

Wenn Fonds in dieser Analyse beim Vergleich mit den Konkurrenzprodukten und dem Index gut abschneiden, bekommen sie im besten Fall die Note "(A)", im schlechtesten Fall die Note "(E)". Es handelt sich um relative Beurteilungen innerhalb einer Fonds-Anlagegruppe, beispielsweise Aktienfonds für europäische Standardwerte. Das grafische Beispiel oben illustriert zwei unterschiedliche Bewertungen.

S & P geht teilweise den gleichen Weg. Die Rating-Agentur offeriert ein in der Methodik ähnliches "Star Ranking". Die Notenskala reicht hier von fünf Sternen bis zu einem Stern im schlechtesten Fall. "Wir haben fast 2 300 der in Deutschland zugelassenen Investmentfonds bewertet", erklärt Dragan Mircov von der Deutschland-Niederlassung von S & P Fund Services. Feri kommt auf 900 Produkte. Die geringere Zahl ist mit restriktiveren Anforderungen an ein Rating zu erklären.

S & P bietet parallel "qualitative" Ratings an, für die James Tew in London verantwortlich zeichnet. Lange Zeit schaffte S & P mit dieser Offerte nicht den Sprung nach Deutschland. Europaweit dagegen vergab die Gesellschaft Noten für 900 Aktien- und 130 Rentenprodukte. "Knapp 150 davon sind in Deutschland zugelassen", erläutert Tew. Erst im vergangenen August verbuchte Tew den ersten Erfolg in Deutschland. Die Adig ließ einige ihrer Fonds bewerten. Mittlerweile schlossen sich auch die DWS und der DIT an, so dass rund 30 Fonds großer deutscher Investmentgesellschaften die Noten "AAA" (außergewöhnliche gute Investmentmanagement-Fähigkeiten), "AA" (sehr gut) oder "A" (gut) bekommen haben. In Kürze kommt BfG Invest dazu.

Feri Trust stellt eigene Pläne in Frage

"Nur das beste Viertel der Fonds innerhalb einer Anlageausrichtung kommt überhaupt für diese Ratings in Frage", erklärt Tew. Das "qualitative" Rating stellt im Gegensatz zu den quantitativen Pendants von S & P, Feri und Morningstar nicht die (objektive) Performance- und Risikoanalyse durch eine Datenbankauswertung in den Mittelpunkt. Es beruht vor allem auf einer subjektiven Einschätzung der Qualität der Investmentfirma, ihrer Organisation und des Fondsmanagements. Die Fondsgesellschaft muss für diese Bewertungen bezahlen - im Gegensatz zu quantitativen Ratings.

Vertreter beider methodischer Ansätze verteidigen ihre Konzepte. Feri-Geschäftsführer Min Sun bereitete sich zwar seit langem auf eine Ergänzung der eigenen Ratings durch eine qualitative Bewertung vor. Jetzt soll nächste Woche die Notwendigkeit diskutiert werden: "Die bisherigen Ergebnisse unserer Einstufungen sind schon sehr gut; in den wichtigsten Aktienfonds-Gruppen schaffte der Durchschnitt der gut gerateten Fonds in den letzten zwei Jahren eine Outperformance von bis zu fünf Prozentpunkten."

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