Archiv
US-Anleger bleiben gelassen

"Abwarten und Teetrinken", das dürfte zumindest am Vormittag die Devise der US-Anleger sein. Trotz größtenteils zufriedenstellender Quartalsergebnisse notieren New Yorks wichtigste Aktienindizes im frühen Handel in der Verlustzone.

Lediglich dem Dow Jones Index gelang es kurzzeitig ins Plus zu drehen. Eine Vielzahl der Unternehmen, die ihre Quartalsresultate vorbörslich veröffentlichten, konnte die Analystenerwartungen mindestens um einen Cent übertreffen. Doch zu euphorisch zeigen sich die Anleger nicht. Im Tagesverlauf wird noch eine Reihe von Unternehmen Quartalsergebnisse melden. Und auf eine nachhaltige Erholung und ein gesundes Wachstum werden die US-Unternehmen nach wie vor warten müssen. Trotz zufriedenstellender Quartalsergebnisses hatte eine Vielzahl von Unternehmen in den vergangenen drei Monaten mit Gewinn- und Umsatzrückgängen zu kämpfen. Die Anleger zeigen sich am Morgen entsprechend vorsichtig.

Vor allem der Technologiesektor gerät am Morgen unter Druck. Der Nasdaq Index notiert zur Stunde nur 18 Punkte über der psychologisch wichtigen Marke von 2000 Punkten. Die Aktien der Chip-, der Computer- und der Softwarebranche notieren schwächer.

Den Chipsektor belasten pessimistische Prognosen verschiedener Brokerhäuser und Unternehmen. Die Analysten von ABM Ambro stufen die Aktien von Applied Materials, Novellus, KLA-Tencor und Lam Research von "kaufen" auf "addieren". Kurzfristig sei keine Erholung in Sicht, so die Meinung der Experten. Mit der Aussage, dass sich der Chipmarkt nicht vor dem Jahr 2002 erholen werde, goss das Management von Applied Materials gestern zusätzlich Öl ins Feuer. Auch Novellus trägt zur verhaltenen Stimmung bei. Der Hersteller von Maschinen für die Chipindustrie konnte die Analystenerwartungen im vergangenen Quartal zwar mit 40 Cents um einen Cent schlagen. Doch die verhaltenen Prognosen für das dritte Quartal sorgen für negative Impulse. Während Novellus im zweiten Quartal noch einen Umsatz von 210 Millionen Dollar erwirtschaften konnte, erwartet das Unternehmen für das laufende Quartal lediglich Einnahmen von 190 Millionen Dollar. Die Aktie notiert im Handel schwächer.

Zu den am meisten gehandelten Aktien zählt die Aktie von Intel. Der größte Chipkonzern der Welt wird nach Handelsschluss Quartalsdaten vorlegen. Die Mehrheit der Analysten erwartet einen Gewinn von zehn Cents pro Aktie. Die Analysten von ABN Amro zeigen sich skeptisch, ob Intel die Erwartungen erfüllen wird. Sie stufen die Aktie von "halten" auf "reduzieren" herab. Intel gehört neben Microsoft zu den größten Verlierern der Nasdaq.

Beschwingter geht es dagegen in der Automobilbranche zu. Um satte zwölf Cents kann General Motors die Gewinnerwartungen der Analysten schlagen. Der Automobilkonzern überzeugte vorbörslich mit einem überraschend guten Quartalsergebnis von 1,26 Dollar pro Aktie. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf 46,1 Milliarden Dollar. Der Konzern hat im abgelaufenen Quartal die Produktionszahlen um 13 Prozent gesenkt und Sonderangebote ausgeweitet, um die überhöhten Lagerbestände abzubauen. Das Management geht davon aus, dass das Ergebnis im dritten Quartal die Erwartungen erfüllen wird. Gleichzeitig werden die Prognosen für das Gesamtjahr 2001 auf 4,25 Dollar pro Aktie nach oben revidiert. Konkurrent Ford wird am Mittwoch das Quartalsergebnis vorlegen und notiert ebenfalls im Plus.

Gute Quartalsdaten von Pfizer geben dem Pharmasektor Auftrieb. Der Hersteller des Potenzmittels Viagra konnte den Gewinn im zweiten Quartal um 31 Prozent steigern. Das Ergebnis stieg in den vergangenen drei Monaten auf 30 Cents und liegt damit einen Cent über den allgemeinen Analystenerwartungen. Nach der Übernahme von Warner-Lambert konnte der Pharmakonzern die Kosten senken und den Umsatz seiner Blockbuster steigern. Der Umsatz nahm um zehn Prozent zu.

Auch die Biotechnologiewerte kommen in Bewegung. Biogen kann die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 47 Cents pro Aktie um einen Cents schlagen. Insgesamt konnte das Biotechnologieunternehmen den Gewinn in den vergangenen drei Monaten um fast acht Prozent steigern. Der Umsatz von Biogens Multiple Sklerosis Medikament Avonex sprang um fast 28 Prozent auf 243 Millionen Dollar und konnte die Erwartungen der Experten um 15 Millionen Dollar schlagen. Neben Biogen notiert auch Konkurrent Immunex im Plus.

Schwächer notieren dagegen die Brokerwerte. Merrill Lynch muss im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang um 41 Prozent hinnehmen. Der Umsatz ging um 19 Prozent zurück. Im dritten Quartal könnte sich die Lage sogar verschlechtern, kündigt das größte US-Brokerhaus an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%