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US-Arbeitslosenquote auf höchstem Stand seit drei Jahren

Die Enttäuschung an New Yorks Wall Street ist groß. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im August unerwartet schlecht. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in den USA im August mit 4,9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Anstieg auf 4,6 Prozent gerechnet. Die Futures reagierten sofort und drehten ins Minus. Der S&P 500 Future notiert mit fast acht Punkten im negativen Terrain. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq liegt mit fast 18 Punkten im Minus.

Statt des erwarteten Abbaus von 45 000 Arbeitsstellen gingen im August 113 000 Jobs verloren. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Sektor - die verarbeitende Industrie. Dort wurden allein im vergangenen Monat 141 000 Arbeitsstellen gestrichen. In den vergangenen 13 Monaten wurden damit über eine Million Stellen abgebaut. Sowohl der Aktienmarkt als auch der Dollar reagierten ausgesprochen negativ auf die Daten. Analysten dürften nun von der Notenbank eine Zinssenkung vor der offiziellen Sitzung Anfang Oktober fordern.

Die Beunruhigung der Anleger ist verständlich. Als kleines Trostpflaster dienen am Morgen lediglich die guten Nachrichten bei Intel. Denn Intel veröffentlichte am Donnerstag nach Börsenschluss nicht die von der Mehrheit der Analysten befürchtete Gewinn- und Umsatzwarnung für das dritte Quartal. Der weltgrößte Chiphersteller erklärte lediglich, dass der Umsatz im dritten Quartal leicht unter dem Mittelwert der angepeilten Spanne von 6,2 bis 6,8 Milliarden Dollar liegen werde. Mit Einnahmen knapp unter 6,5 Milliarden Dollar können die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 6,41 Milliarden Dollar sogar übertroffen werden. Anleger deuten Intels bestätigte Prognosen als Zeichen, dass die Nachfrage auf dem Markt für Heimcomputer und die Preise für Chips doch nicht so schlecht bestellt ist.

Auch die Analysten scheinen zufrieden. "Die Nachrichten waren ausgesprochen gut, vor allem, wenn man bedenkt, wie schlecht Investoren auf Intel zu sprechen sind", so Terry Ragsdale von Goldman Sachs. Der Geschäftsverlauf der drei Schlüsselbereiche, Mikroprozessoren, Netzwerk-Chips und Flash Memory, lag mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. Auf der Konferenz betonte das Management erneut, dass mit einer saisonalen Erholung des PC-Marktes zu rechnen sei. Ragsdale senkt zwar seine Gewinnprognosen leicht, weist aber darauf hin, dass es hätte schlimmer kommen können. Intel wird von Goldman Sachs zum Kauf empfohlen. Die Aktie von Intel gewinnt im vorbörslichen Handel 2,1 Prozent. Auch Advanved Mirco Devices, Intels größter Rivale auf dem Markt für PC-Prozessoren, gewinnt im außerbörslichen Handel an Wert. Altera, der zweitgrößte Hersteller programmierbarer Chips legt ebenfalls zu.

Dagegen scheinen die Anleger von Hewlett-Packards Unternehmensplanung wieder einmal wenig erfreut zu sein. Der zweitgrößte Computerkonzern übernimmt Indigo NV, einen niederländischen Komponentenzulieferer der Druckindustrie, für 882 Millionen Dollar. Hewlett-Packard wird 629 Millionen Dollar in Aktien und 253 Millionen Dollar in bar begleichen. Bisher hielt der Computerkonzern 13 Prozent an dem Unternehmen. Bereits im kommenden Jahr soll sich die Übernahme auf das HP-Geschäftsergebnis niederschlagen. Erst Anfang der Woche kündigte Hewlett-Packard an, Compaq, den drittgrößten Computerhersteller, zu übernehmen. Doch auch diese Nachricht fand nicht den Gefallen der Aktionäre. Die Aktie verliert vorbörslich.

Ebenfalls unter Druck gerät die Aktie von Pfizer. Weltweit seien nach der Einnahme von Pfizers Potenzmittel Viagra rund 600 Patienten gestorben, lauten die Anschuldigungen gegen den Pharmakonzern. Die Aktie fällt vor Handelsbeginn.

Der Aktie von Ebay ergeht es nicht anders. Das größte Internetauktionshaus will rund eine Milliarden Aktien auf den Markt werfen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf möchte Ebay geplante Unternehmensübernahmen finanzieren.

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