US-Arbeitsmarktbericht belastet die Märkte
US-Börsen deutlich im Minus

Die New Yorker Aktienmärkte haben am Freitag die deutlichen Kurszuwächse des Vortages wieder abgegeben und im späten Handel im Minus notiert. Händler führten den Stimmungsumschwung an den Märkten auf eine Reihe belastender Unternehmensmeldungen sowie auf unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten für den Monat März zurück.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte notierte um 20.15 Uhr (MESZ) 1,83 % tiefer auf 9 736,47 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 2,25 % auf 1 125,26 Zähler nach, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 2,73 % auf 1 736,19 Zähler verlor.

Dem am Freitag veröffentlichten Bericht des US-Arbeitsministeriums zufolge sank die US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 86 000 Stellen. Dagegen hatten Ökonomen einen Zuwachs von rund 58 000 Stellen erwartet. Die Arbeitslosenrate stieg im März mit 4,3 % auf ihren höchsten Stand seit Mitte 1999. Im Februar hatte die Rate noch 4,2 % betragen. Unter Börsianern war es umstritten, ob die US-Notenbank Fed wegen des Anstiegs der Arbeitslosenrate vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses im Mai eine Senkung der Leitzinsen vornehmen werde.

Im Technologiesektor verzeichneten die Aktien des Telekom-Ausrüsters Tellabs deutliche Kursabschläge und brachen um 18,56 % auf 33-1/4 Dollar ein. Zuvor hatte das Unternehmen seine Ertragsprognosse für das erste Quartal 2001 zum zweiten Mal nach unten revidiert. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten auch die Papiere des Netzwerkausrüsters Agilent, die um 13,81 % auf 26,39 Dollar nachgaben. Das Unternehmen hatte am Donnerstag nach Handelsschluss gemeldet, es habe in den vorangegangenen Wochen deutlich weniger Lieferaufträge erhalten. Auch Sycamore Networks standen im späten Handel unter Druck und ermäßigten sich um 18,62 % auf 7-3/8 Dollar. Der Internetausrüster hatte am Vortag nachbörslich Verluste im dritten Quartal 2000 und einen Stellenabbau bekannt gegeben.

Im Trend negativ notierten ebenfalls die Aktien des Netzwerkherstellers Cisco Systems, die 8,37 % auf 13-5/8 Dollar verloren. Auch Intel verzeichneten Abschläge und gaben über drei Prozent auf 24-13/16 Dollar ab. Zuvor wurde gemeldet, die Europäische Kommission untersuche die Verkaufspraktiken von Intel.

Von einer deutlichen Verkaufswelle wurden die Papiere des Unterhaltungselektronik-Händlers RadioShack Corp erfasst, die über 22 % auf 29,75 Dollar einbrachen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Verringerung seiner Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen rückläufiger Verkäufe in Aussicht gestellt. "Gestern verzeichneten viele Händler Gewinne, die sie heute mitnehmen", kommentierte Fred Kugel, Investment-Stratege bei Stein, Roe & Farnham, den Verkaufsdruck nach den negativen Unternehmensmeldungen.

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