US-Attacken trafen deutschen Finanzsektor unvorbereitet
Rückblick: Notfall 11. September

egl FRANKFURT. Als am 11. September 2001 die beiden Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers rasten, gab es für den Finanzsektor keinen Notfallplan. Für Notenbanker und Bankenaufseher, die von dem terroristischen Anschlag überrascht wurden, unter ihnen der damalige Chef der deutschen Bankenaufsicht, Jochen Sanio, standen die Aufrechterhaltung des internationalen Zahlungsverkehrs und die Bereitstellung ausreichender Liquiditätshilfen ganz oben auf der Dringlichkeitsliste.

Die betroffenen Banken, Handelshäuser und sonstigen Finanzdienstleister improvisierten. Als Manhattan in Trümmern und Staub versank, setzte Thomas Fischer, damals im Vorstand der Deutschen Bank für das Risikomanagement verantwortlich, eine noch nie da gewesene Rettungsaktion für das New Yorker Clearingsystem in Gang. Weil die Abrechnungsfazilitäten der Bank of New York ausgefallen waren, übernahm die Deutsche Bank mit ihren Back-Up-Systemen auf der anderen Seite des Hudson-Flusses in New Jersey einen großen Teil des Clearingverkehrs.

"In der Zeit nach dem 11. September hat sich wieder gezeigt, was das Wort eines Kaufmanns wert ist", erinnert sich auch Commerzbank-Vorstand Andreas de Mazière. Die Banken hätten sich untereinander Linien eingeräumt, die zum Teil über Tage offen standen. Mündliche Zusagen und Vertrauen in die Bankenpartner hätten ausgereicht, um solche Risiken einzugehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%