US-Auftragseingänge bleiben hinter den Erwartungen zurück
Schwache US-Konjunkturdaten machen Dax-Erholung zunichte

Dass die Erholung des Deutschen Aktienindex (Dax) derzeit auf wackeligen Beinen steht, zeigte sich gestern Nachmittag einmal mehr: Zunächst war das Börsenbarometer mit Gewinnen in den Handel gestartet und hatte diese im Verlauf weiter ausgebaut.

FRANKFURT/M. Die überraschende Zinssenkung der Bank of England schürte kurzzeitig sogar die Hoffnung auf fallende Leitsätze in Euroland, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch zunichte gemacht wurden. Daraufhin gab der Dax einen kleinen Teil seiner Gewinne wieder ab.

Größerer Verkaufsdruck kam dann mit den US-Daten zu den Auftragseingängen in der Industrie im Juni auf, da diese weit hinter den Prognosen zurückblieben. Der Dax drehte ins Minus und notierte zum Handelsschluss bei 5 778,91 Punkten (- 1,0 %).

Händler zeigten sich mit den Umsätzen zumindest etwas zufriedener als an den Vortagen. Einer hatte mit Blick auf die zunächst steigenden Kurse sogar von einer kurzfristigen Rally gesprochen, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass diese größtenteils von Shorteindeckungen einiger Hedge-Fonds getragen werde. "Unter den Anlegern hatte sich zwar vorsichtiger Optimismus breit gemacht, aber so richtig trauen wollte dem Braten keiner", sagte ein Marktbeobachter. Es werde befürchtet, dass die heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Juli und die Produktivitätsdaten am kommenden Dienstag den Investoren erneut die Schwäche der amerikanischen Wirtschaft vor Augen führen. "Dann hat der Markt auch noch weiteres Potenzial nach unten", äußerte sich ein Händler einer Frankfurter Großbank. Er sieht den Dax für den Rest des Sommers lediglich in einer Spanne zwischen 5 600 und 6 000 Punkten.

Weit oben auf der Liste der Kursverlierer standen Bayer . Die Aktien belasteten Bedenken über einen möglicherweise zu hohen Kaufpreis für die Pflanzenschutzsparte Aventis CropScience, erklärten Händler. Andere Börsianer führten zur Begründung Umschichtungen aus weniger schwankungsanfälligen Werten in aggressivere Titel an. Schließlich gaben auch die Versorger Eon und RWE nach. Daimler-Chrysler verloren, da die Absatzzahlen für Chrysler in den USA leicht zurückgegangen waren.

Die anderen Automobilwerte wie BMW und Volkswagen profitierten hingegen zunächst von guten US-Absatzzahlen, rutschten im Verlauf aber auch ins Minus. Am stärksten ging es für MLP aufwärts. Charttechnisch habe sich das Bild aufgehellt, es handele sich aber lediglich um eine technische Erholung, hieß es. Deutsche Bank erholten sich ebenfalls etwas von ihren Vortagsverlusten, nachdem sich die Analysten von Goldman Sachs positiv zu der Aktie geäußert hatten. Der MDax stand bei 4 715,13 Punkten (+0,7 %). Die Regionalbörsen schlossen überwiegend im Plus.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%