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US-Ausschuss: Keine Zusammenarbeit Bagdads mit Bin Laden

Washington (dpa) - Eine Zusammenarbeit zwischen dem Irak und dem El-Kaida-Terrornetzwerk von Osama bin Laden hat es laut US-Untersuchungskommission zum 11. September nicht gegeben. Die angebliche Zusammenarbeit war von den USA als ein Hauptgrund für den Irak-Krieg angeführt worden.

Washington (dpa) - Eine Zusammenarbeit zwischen dem Irak und dem El-Kaida-Terrornetzwerk von Osama bin Laden hat es laut US-Untersuchungskommission zum 11. September nicht gegeben. Die angebliche Zusammenarbeit war von den USA als ein Hauptgrund für den Irak-Krieg angeführt worden.

Bin Laden habe zwar in den 90er Jahren die Möglichkeit einer Kollaboration mit dem damaligen Regime von Saddam Hussein sondiert, ihm sei aber die kalte Schulter gezeigt worden, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Ermittlungsbericht der unabhängigen Kommission. Sie ist vom US-Kongress zur Klärung der Umstände der Terroranschläge des 11. September 2001 eingesetzt worden.

Die Erkenntnisse stehen im krassen Widerspruch zu wiederholten Angaben der US-Regierung über eine angebliche Verbindung zwischen dem Irak und El Kaida. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Vizepräsident Richard Cheney erneut von einer Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten gesprochen.

Der vom Kongress eingesetzte Ausschuss soll untersuchen, ob die Anschläge vom 11. September 2001 hätten verhindert werden können und welche Lehren für die Zukunft zu ziehen sind. Das Gremium trat am Mittwoch in Washington zu einer zweitägigen Anhörung zusammen, der letzten vor der Veröffentlichung seines Abschlussberichts Ende Juli.

In dem vorläufigen Report zur Geschichte und Rolle der El Kaida bei verschiedenen Anschlägen hießt es im einzelnen, der Sudan habe Kontakte zwischen Bin Laden und dem Irak arrangiert, um seine eigenen Verbindungen zu Bagdad zu fördern. 1994 sei es zu einem Treffen zwischen Bin Laden und einem hochrangigen irakischen Geheimdienstbeamten gekommen. Bin Laden habe dabei dem Vernehmen nach einen Vorstoß zur Einrichtung von Terroristen-Ausbildungslagern unternommen. «Aber der Irak hat anscheinend niemals geantwortet», heißt es in dem Report.

Es habe weiter Berichte über spätere neue Kontakte mit dem Irak nach Bin Ladens Rückkehr vom Sudan nach Afghanistan gegeben, «aber sie haben anscheinend nicht zu einer Zusammenarbeit geführt», betont die Kommission. Insgesamt gebe es keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass der Irak und El Kaida bei Anschlägen gegen die USA kooperiert hätten.

Wie weiter bekannt wurde, hat der Ausschuss bei seinen Ermittlungen herausgefunden, dass die US-Luftverteidigung auf die Anschläge vom 11. September «katastrophal schlecht» vorbereitet war. Das geht nach Medienberichten aus einem weiteren vorläufigen Bericht hervor, der im Zuge der letzten Anhörung veröffentlicht werden sollte. Danach verharrte das Kommando der Luftverteidigung immer noch in Denkweisen des Kalten Krieges, das heißt, es konzentrierte sich stärker auf mögliche Gefahren «von außerhalb» der US-Grenzen als auf Bedrohungen innerhalb des Landes.

Es habe außerdem nur langsam und konfus auf die Entführung der vier Passagierflugzeuge am 11. September reagiert, heißt es weiter. Ein nach den beiden Flugzeuganschlägen auf das World Trade Center in New York erlassener Befehl von Vizepräsident Richard Cheney, entführte Maschinen abzuschießen, habe die Piloten der US-Kampfjets nicht erreicht. Nach den Attacken von New York hatten die Entführer ein Flugzeug in das Pentagon gesteuert.

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