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US-Außenhandelsdefizit hat sich ausgeweitet

Das Außenhandelsdefizit der USA hat sich im Juni erwartungsgemäß ausgeweitet und lässt Experten zufolge eine Abwärtsrevision des US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal erwarten.

rtr WASHINGTON. Wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte, belief sich der Fehlbetrag im Handel mit Waren und Dienstleistungen im Juni 2001 auf 29,41 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt ein Minus von 29,4 Mrd. ? erwartet. Das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung der USA stieg indes dem Index der Universität Michigan zufolge im August zum Vormonat deutlicher als erwartet.

Für Mai revidierte das Ministerium das Defizit auf 28,47 von 28,34 Mrd. Dollar. Den Angaben zufolge sank das Volumen der Exporte auf 85,95 von 87,70 (revidiert von 87,73) Mrd. Dollar. Das Importvolumen sei auf 115,36 von 116,17 (revidiert von 116,07) Mrd. Dollar gefallen.

Bruttoinlandsprodukt nahe null

Analysten erwarten nach der Ausweitung des Defizits eine Abwärtsrevision des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA für das zweite Quartal 2001. Volkswirt Mark Vitner von First Union zufolge drückt der Rückgang des Exportvolumens eine Belastung des Verarbeitenden Gewerbes aus. "Wir merken jetzt, wie schlecht es der (US-)Wirtschaft im zweiten Quartal ging", sagte Vitner. Er rechnet mit einer Revision des BIP-Wachstums auf einen Wert nahe null von bisher geschätzten plus 0,7 %. Seiner Einschätzung nach könnte die Zahl auch negativ ausfallen. "Wir werden wahrscheinlich eine BIP-Zahl nahe null sehen", sagte auch Carol Stone von Nomura Securities International. Ähnliches sagte auch Josh Feinman von Deutsche Asset Management.

Eine Ausweitung des Defizits verbuchten die USA den Daten vom Freitag zufolge im Handel mit den asiatischen Volkswirtschaften China und Japan, während der Fehlbetrag im Handel mit Westeuropa leicht schrumpfte. Die Handelsbilanz mit Westeuropa wies im Juni den Angaben zufolge ein Defizit von 4,501 nach 4,573 Mrd. Dollar im Mai auf. Im Austausch mit China stieg das Minus auf 6,607 von 6,143 Mrd. Dollar. Japan verbuchte einen Überschuss von 4,992 nach 4,811 Mrd. Dollar.

Das US-Verbrauchervertrauen stieg im August zum Vormonat deutlicher als von Volkswirten prognostiziert. Der von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauensindex stieg im August nach vorläufigen Berechnungen auf einen Wert von 93,5 nach 92,4 im Juli. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg auf 92,5 gerechnet. Im Februar war der Wert auf seinen Jahrestiefststand von 90,6 gefallen. Der Index zeigt an, wie zufrieden die Verbraucher mit ihrer gegenwärtigen finanziellen Situation sind.

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