US-Außenminister Powell mit neuer Stellungnahme
USA und Großbritannien über Irak-Ziel uneins

Die USA halten im Gegensatz zu Großbritannien über eine Abrüstung des Irak hinaus einen Machtwechsel für die beste Lösung.

Reuters LONDON. US-Außenminister Colin Powell sagte am Mittwoch im BBC-Radio: "Die USA glauben weiterhin, dass der beste Weg zur Abrüstung Iraks ein Regimewechsel ist." Dagegen erklärte der britische Außenminister Jack Straw: "Das Ergebnis, das wir anstreben, ist die Abrüstung des Regimes von Saddam Hussein." Beide Verbündeten werfen Saddam vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und UNO-Resolutionen zu missachten. Irak hat dies zurückgewiesen und sich bereit erklärt, die UNO-Waffeninspektoren ohne Vorbedingungen wieder ins Land zu lassen.

Powell forderte in dem Interview die Staatengemeinschaft auf, über die Vereinten Nationen (UNO) Druck auf Saddam aufrecht zu erhalten. Auf die Frage, ob Saddam an der Macht bleiben könne, wenn er die UNO-Forderungen erfülle, sagte Powell ausweichend: "Wir werden abwarten müssen. Wir werden sehen müssen, wie er mit dem Druck, den er durch die internationale Staatengemeinschaft hat, umgeht."

Straw sagte, das erste Ziel sei die Abrüstung in Irak. "Es könnte sein, dass in der Konsequenz dieses Prozesses ein Regimewechsel sein wird." Straw sagte weiter: "Es könnte sein, dass ein Mittel diesen Prozess zu erreichen ein Regimewechsel ist, aber was das Ziel angeht, ist es die Abrüstung." Die USA und Großbritannien versuchen derzeit im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO), eine UNO-Resolution durchzusetzen, noch ehe die Waffeninspektoren wieder in Irak tätig sind.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak wollte noch am Mittwoch nach Saudi-Arabien reisen. Im Gepäck hat er nach offiziellen Angaben ein Schreiben Saddams, das er dort erläutern wolle. Beide Regierungen wollten sich für eine Lösung einsetzen, die einen Angriff der USA auf Irak verhindert. Dies könnte über eine neue UNO-Resolution gelingen, der die USA wie Irak zustimmen könnten.

Nach einer Umfrage von CBS News unter über 900 Personen sprachen sich unterdessen zwei Drittel dafür aus, dass sich die USA die Unterstützung der Verbündeten sichern sollten, ehe man selbst losschlage. 68 % der Befragten stimmten danach für den Einsatz der Streitkräfte zum Sturz Saddams. Der Umfrage zufolge glauben auch 78 (vorher 74) Prozent der Amerikaner, dass ein Krieg mit Irak unvermeidlich ist.

Die "Los Angeles Times" berichtete am Mittwoch, die US-Regierung wolle schon bald vom Kongress die Zustimmung erhalten, bis zu 10 000 Mitgliedern der irakischen Opposition eine militärische Ausbildung zukommen zu lassen. Hierfür würden vielleicht noch diese Woche 92 Mill. Dollar beantragt, hieß es unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, George Carey, warnte vor einem Angriff der USA ohne UNO-Mandat. Im australischen Rundfunk sagte der Erzbischof von Canterbury am Mittwoch, ohne UNO-Mandat würde sich die "Terrorismus-Krise" noch verschärfen. "Wir müssen überzeugt werden, dass Saddam Hussein derzeit eine wirkliche Bedrohung darstellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%