US-Banken vorerst aus der Schusslinie
Die Wall Street freut sich mit Brasilien

Nach einem zögerlichen Start zeigten die US-Aktienbörsen zu Handelsschluss was in ihnen steckt. Die Standardwerte im Dow Jones reagierten positiv auf die Kreditzusage an Brasilien.

Reuters NEW YORK. Die Zusage einer neuen Finanzspritze des Internationalen Währungsfonds (IWF) an Brasilien hat den Kursen an der Wall Street am Donnerstag Auftrieb gegeben. Nach einer Achterbahnfahrt im frühen Geschäft schlossen die Kurse deutlich im Plus.

Der Dow-Jones-Index stieg zum Handelsschluss um 3,03 Prozent auf 8 712,02 Punkte, der Nasdaq-Index legte um 2,78 Prozent auf 1 316,51 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-Index kletterte 3,27 Prozent auf 905,45 Zähler.

Zinssenkungsspekulationen im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank (Fed) am kommenden Dienstag und die am Vortag positiv aufgenommene Bilanz des US-Netzwerkausrüsters Cisco hätten offenbar einige Anleger überzeugt, die günstigen Kurse zu einem Wiedereinstieg zu nutzen, sagten Händler. "Der Gedanke, dass die Fed die Zinsen senken könnte, wirkt positiv. Dann hatten wir Cisco mit ordentlichen Zahlen und der Brasilien-Kredit hat der gesamten Bankengruppe geholfen", sagte Alan Loewenstein, stellvertretender Geschäftsführer des 400 Millionen Dollar umfassenden John Hancock Technology Fund.

Bank-Titel profitierten von IWF-Hilfe für Brasilien

Von der IWF-Ankündigung, Brasilien einen Kredit im Volumen von 30 Milliarden Dollar zu gewähren, profitierten an der Wall Street vor allem die Titel in Brasilien engagierter Banken und Unternehmen. Die im Dow Jones gelisteten Aktien der Citigroup und J.P. Morgan stiegen um rund 7,5 Prozent auf 33,90 Dollar beziehungsweise 9,7 Prozent auf 26,37 Dollar. In den USA notierte Aktien brasilianischer Unternehmen legten ebenfalls deutlich zu. Die Titel von Brasil Telecom etwa kletterten 14,5 Prozent auf 30,40 Dollar.

Einzelhandelswerte gaben laut Händlern in Reaktion auf schwache Umsatzzahlen einiger Unternehmen nach. Die Titel des Elektronik-Einzelhändlers Best Buy Co. brachen um rund 36,5 Prozent auf 19,55 Dollar ein und waren damit der größte Verlierer an der New York Stock Exchange. Der Konzern hatte seine Quartalsprognose zum zweiten Mal in zwei Monaten gesenkt und dies unter anderem mit stagnierenden Umsätzen begründet. Die Titel der weltgrößten Baumarktkette Home Depot gaben rund vier Prozent auf 27,14 Dollar nach. Der S&P-Einzelhandelsindex verlor 0,74 Prozent auf 270 Zähler.

Nun doch keine Zinssenkung?

Der unerwartete Rückgang der Erzeugerpreise in den USA habe zwar die Spekulationen über eine mögliche weitere Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) wieder etwas angeheizt, sagten Händler. Die meisten Analysten blieben jedoch bei ihrer Prognose, wonach eine rasche Senkung des derzeit bei 1,75 Prozent liegenden US-Leitzinssatzes unwahrscheinlich ist. Die Erzeugerpreise waren nach Angaben des US-Arbeitsministeriums im Juli zum Vormonat um 0,2 Prozent gesunken nach einem Plus von 0,1 Prozent im Juni. In der Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel verringerten sich die Preise um 0,3 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Erzeugerpreise um 0,1 Prozent und einen unveränderten Stand der Kernrate vorausgesagt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,65 Milliarden Aktien den Besitzer. 2224 Werte legten zu, 995 gaben nach und 196 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,51 Milliarden Aktien 2021 im Plus, 1295 im Minus und 15 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 99-26/32. Sie rentierten mit 4,397 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 6/32 auf 102-03/32 bei einer Rendite von 5,233 Prozent.

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