US-Banker wollen im europäischen Online-Handel mitreden
Goldman Sachs kooperiert mit Direkt Anlage Bank

Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat mit der Münchener Direkt Anlage Bank AG (DAB) den ersten Partner für seine neue Real-Time-Börsenplattform "PrimeAccess" gewonnen.

Reuters/dpa FRANKFURT. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat mit der Münchener Direkt Anlage Bank AG (DAB) den ersten Partner für seine neue Real-Time-Börsenplattform "PrimeAccess" gewonnen. Damit solle den DAB-Kunden direkter Zugriff auf die weltweit größten Aktienmärkte ermöglicht werden, teilte Goldman Sachs am Donnerstag in London mit. Zudem befinde sich Goldman Sachs bereits in fortgeschrittenen Verkaufs-Verhandlungen mit weiteren Brokern und Banken. Mit der neuen Plattform wolle die Investmentbank in dem schnell wachsenden Markt der Online-Broker in Europa ein entscheidendes Wort mitreden.

"Privatkunden haben in den USA immer mehr an Bedeutung gewonnen, und das ist ein Trend, der nun auch nach Europa kommt", sagte eine Goldman Sachs-Sprecherin. Als besonderen Service erhielten die Kunden durch "PrimeAccess" begrenzten Zugriff auf Researchmaterialien und Empfehlungen der 400 Goldmann-Sachs-Analysten. Diese Möglichkeit sei für die Privatanleger der Bank eine Premiere, sagte ein Sprecher der Direkt Anlage Bank. Einige Partner könnten außerdem ausgewählte Neuemissionen, bei denen Goldman Sachs Konsortialführer ist, zeichnen. Die Direkt Anlage Bank hatte eine solche ab sofort laufende Vereinbarung mit dem neuen Partner bereits am Morgen bekanntgegeben. "Daher hoffen wir, unseren Kunden noch in diesem Jahr Neuemmissionen von Goldman Sachs anbieten zu können", hatte ein DAB-Sprecher gesagt. Zu den Installations-Kosten der alternativen Handelsplattform und den Preisen für An- und Verkauf von Aktien für die Partner machte Goldman Sachs bislang keine weiteren Angaben.

Immer mehr wollen online handeln

Der Vorstoß der Amerikaner geschieht vor dem Hintergrund einer schnell wachsenden Begeisterung für den direkten elektronische Handel von Aktien bei den europäischen Anlegern. Allein in der ersten Hälfte des laufenden Jahres hat sich die Zahl der Online-Broker-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge verdoppelt, die Hälfte der drei Millionen neuen Konten davon wurden in Deutschland eröffnet.

Nach dem Start 1994 und dem Börsengang im vergangenen Jahr schrieb die Direkt Anlage Bank im Geschäftsjahr 1999 mit einem Gewinn von 1,58 Mill. DM erstmals schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr 2000 hat sich die Zahl der Kundendepots von rund 130 000 auf etwa 293 000 mehr als verdoppelt. Das verwaltete Vermögen kletterte von 8,4 auf rund 11,6 Mrd. Euro (22,7 Mrd. DM).

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