US-Behörden wollen gegen Pocken impfen
USA und Israel fürchten Biowaffen-Anschlag

Israel bereitet sich aktiv auf die Möglichkeit eines Terroranschlags mit Pockenviren vor. Der Vorsitzende der staatlichen israelischen Krankenkasse sagte, im Notfall könnte alle Bürger des Staates mit einem Impfstoff gegen die tödliche Krankheit versorgt werden.

dpa TEL AVIV/NEW YORK. "Wenn entschieden werden sollte, zu impfen, hoffe ich, dass dies rasch geschehen wird", sagte Michaeli. Nach amerikanischen Medienberichten wollen US-Behörden eine halbe Million Ärzte, Rettungskräfte und Angestellte im Gesundheitsweisen gegen Pocken impfen und Massenimpfungen der Bevölkerung gegen Pocken vorbereiten. Dies berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte. Noch im Juni hatte der Impfrat des US-Gesundheitsamts (CDC) in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) beschlossen, dass trotz erhöhter Terrorgefahr keine landesweiten Pockenimpfungen eingeführt werden.

Damals wurde ein begrenztes Impfprogramm bis zu 15 000 Angestellte im Gesundheitswesen empfohlen. Die Pläne für Massenimpfungen im Falle eines verheerenden Ausbruchs der Krankheit wurden im Zusammenhang mit einem möglichen Angriff der USA auf Irak geschmiedet, schrieb die "New York Times". Zudem sei die Regierung von Präsident George W. Bush wegen des beschränkten Impfprogramms in die Kritik geraten.

Ein Regierungsbeamter sagte, das erweiterte Impfprogramm sei nun möglich, da man über zusätzlichen Impfstoff verfüge. Eine Entscheidung über Massenimpfungen sei aber noch nicht gefallen. Routineimpfungen gegen Pocken gibt es in den USA seit 1972 nicht mehr. Die Krankheit gilt weltweit seit 1980 als ausgerottet. Pockenviren existieren seitdem nur noch in Hochsicherheitslabors in den USA und Russland. Geheimdienste warnen jedoch vor verheerenden Auswirkungen bei einem möglichen Einsatz von Pockenviren durch terroristische Staaten oder Gruppen. Die US-Behörden begannen daraufhin, ihr Arsenal an Impfstoff aufzustocken.

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