Archiv
US-Blue-Chips fester

Die US-Märkte beendeten die Woche uneinheitlich, sie konnten die Verluste der ersten Handelstage am Freitag nicht mehr wett machen. Nach fünf Wochen mit teilweise beachtlichen Gewinnen brach der Handel an der Wall Street zunächst ein und machte erst in den letzten beiden Tagen wieder ein wenig Boden gut.

Am Freitag ging der Dow Jones Index mit einem Plus von 60 Punkten oder 0,7 Prozent aus dem Handel, das Börsenbarometer der dreißig US-Standardwerte notiert bei 9323 Punkten. Der technologie-orientierte Nasdaq behauptete sich schwach. Der Index verlor einen halben Punkt und schloss mit 1745 Zählern.

Zahlreiche Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld hatten die Märkte während er zweiten Wochenhälfte belastet - doch nicht so sehr wie zu erwarten war. Auch von dem schlechten Arbeitsmarktbericht am Freitagmorgen ließen sich die Anleger nicht irritieren. Die Arbeitslosenquote war im Oktober auf 5,4 Prozent gestiegen und hatte das höchste Niveau sei fast fünf Jahren erreicht. Seit März wurden in der privaten Wirtschaft über 1,2 Millionen Stellen abgebaut.

Die Frage auf dem New Yorker Börsenparkett war nun: Ist das der Tiefststand oder kommt alles noch viel schlimmer. Die Bullen beriefen sich auf die Erfahrung, dass eine "normale Rezession" zehn Monate dauert und in einer Rally endet. Die Bären hielten dagegen, man habe es eben nicht mit einer "normalen Rezession" zu tun. Die Ansichten hielten sich am Freitag ungefähr die Waage. Kursgewinne und-verluste gab es letztlich nur nach Unternehmensmeldungen.

Unter den Big Caps setzte vor allem Sun Microsystems seine Gewinnsträhne fort. Das Management hatte zu Beginn der Woche auf die hervorragende Auftragslage im eigenen Haus hingewiesen. Die Aktie legte am Freitag mehr als fünf Prozent zu und entkam so dem Branchentrend: Die übrigen Papiere des Hardwaresektors gaben zum Wochenschluss nach.

Nicht viel besser erging es den Aktin im Bereich Software. Branchenprimus Microsoft gab frühe Gewinne wieder ab. Das Unternehmen hat sich in dem langwierigen Kartellrechtsverfahren mit Washington geeinigt und das gröbste Ungemach wohl hinter sich. Dennoch schloss Microsoft mit einem Minus von 0,7 Prozent. Allein Bea Systems fuhr Gewinne am Freitag ein. Obwohl das Unternehmen am Vorabend schwache Quartalszahlen für die abgelaufenen drei Monate vorgelegt hatte, stehen Analysten hinter Bea. Die Credit Suisse First Boston rät nach wie vor zu "kaufen", Bear Stearns bleibt weiterhin "neutral". Bea Systems legte fast acht Prozent zu.

Von Gipfel zu Gipfel kletterte am Freitag erneut nur die Halbleiterbranche - der Tagessieger am Donnerstag, Monatssieger im Oktober. Der Sektor bekam am Morgen ein Upgrade der Analysten von ABN Amro, die gute Wachstumschancen für die Unternehmen sehen und zum Kauf raten.

Einen der stärksten Sektoren des Tages bildeten die Papiere der Assekuranzbranche. Krankenversicherer Cigna hatte am Morgen positive Quartalszahlen vorgelegt und die Konsensschätzung der Wall Street Auguren um fünf Cents übertroffen. Die Cigna Aktie legt fast zwölf Prozent zu, andere Papiere gewannen im Branchenmittel etwa drei Prozent.

Sehr gemischt ging zum Wochenschluss der Airline-Sektor aus dem Handel. Die Analysten von Merrill Lynch meinen, vor allem regionale Anbieter und die Marktführer American Airlines und Delta Airlines dürften nach Änderungen in der Unternehmensstruktur gestärkt aus der aktuellen Krise gehen. Letzteren nutzte dies noch nichts, allein die kleinen Carrier schlossen am Freitag im grünen Terrain.

Unterm Strich kam die Woche am Freitag trotz schlechter Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld zu einem versöhnlichen Abschluss. Von Euphorie hingegen ist man auf dem Parkett weit entfernt. Bullen und Bären streiten weiter, doch nächste Woche stehen wieder richtungsweisende Daten an. Die Notenbank tagt am Dienstag, und man erwartet eine weitere Zinssenkung - die zehnte im laufenden Jahr. Am Donnerstag werden die Kommentare der Fed aus der Oktobersitzung veröffentlicht, zum Wochenschluss die Schätzung des Verbrauchervertrauens im November.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%