US-Börse sucht in Europa Partner
Nasdaq-Auschuss soll möglichen Börsengang prüfen

Das Board der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq hat einen Ausschuss gebildet, was Pläne für einen möglichen Börsengang prüfen soll. Mit einer Entscheidung sei im Jahresverlauf zu rechnen, sagte Nasdaq-Vize-Chairman Alfred R Berkeley Reuters TV am Freitag in Bombay.

Reuters BOMBAY.

"Wir haben einen Board-Ausschuss zusammengestellt, der die Sache prüft. Ich erwarte, dass ihr Bericht im weiteren Jahresverlauf vorliegt, vielleicht früh im Herbst," sagte Berkeley, der in Bombay an der jährlich stattfindenden Konferenz der indischen Softwareindustrie teilnimmt. Die Nasdaq ist nach der New York Stock Exchange die zweitgrößte Börse der Welt.

Spekulationen, wonach die Nasdaq dem Vorbild zweier führenden europäischen Börsen folge und ebenfalls den Gang an die Börse wage, hatten in den vergangenen Wochen zugenommen. Die Deutsche Börse hatte am Montag ihr eigenes Börsendebut absolviert und mit ihrem Listing Erlöse von rund einer Milliarde Euro erzielt. Die Dreiländerbörse Euronext, die sich aus den Finanzplätzen Amsterdam, Paris und Brüssel zusammensetzt, plant nach eigenen Angaben den Gang an die Börse im Mai.

Nach Einschätzung von Experten legen die Bemerkungen von Berkeley nahe, dass die Nasdaq ähnliche Pläne nicht ausschließe. In der vergangenen Woche hatte der Nasdaq Vize-Chairman indes davor gewarnt, die Technologiebörse müsse hohe Investitionen vornehmen, was von einer breiten Aktionärsbasis nicht besonders positiv aufgenommen werde. "Diese hohen Investitionen sind nur schwer mit der Forderung von Aktionären nach kurzfristigen Geldern zu vereinbaren," hatte Berkeley gesagt.

Zu den Allianzen unter den Börsen in Europa sagte Berkeley, die Nasdaq suche weiterhin nach einem Partner für einen europäischen Zweig, um den Konkurrenzplänen der Nyse zur Schaffung eines weltweiten 24-Stunden-Handels zu begegnen. Die Nasdaq schaue sich dabei nach einem Partner um, der die Struktur des Unternehmens verstehe und zur Entwicklung des Marktes beitragen könne. Auf nähere Einzelheiten zu diesem Thema wollte Berkeley indes nicht eingehen.

In Europa war erst vor kurzem eine Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) gescheitert. Anlässlich des Börsengangs der Deutschen Börse AG hatte Börsenchef Werner Seifert am Montag gesagt, die Deutsche Börse führe weiter konstruktive Gespräche mit der LSE. Auch mit der Nasdaq, die in die Fusionspläne mit der Londoner Börse teilweise eingebunden war, stehe Frankfurt weiter in Kontakt.

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