US-Börsen beflügelten die Stimmung
Europas Börsen gewinnen auf breiter Front

Analysten zufolge sind die Märkte wegen der fragilen Erholung der Weltwirtschaft jedoch weiterhin nervös. Auch bereiteten die Sorge vor neuen Terroranschlägen sowie die Spannungen im nahen Osten und am indischen Subkontinent nach wie vor Unbehagen.

Reuters FRANKFURT. Dank kräftiger Kursgewinne bei der Deutschen Telekom erholten sich die deutschen Aktienmärkte von den starken Verlusten der Vorwoche. Der Dax-Index gewann bis kurz vor Handelsschluss vier Prozent auf 4476,00 Zähler. "Wir sehen eine breite technische Erholung," sagte ein Händler. Die am Freitag erstmals in den einstelligen Euro-Bereich gerutschten Titel der Telekom erholten sich um rund sechs Prozent und übersprangen wieder die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro. Unter Druck standen am Montag unter anderem die Aktien der Deutschen Post, was Analysten auf eine mögliche Senkung des Briefportos zurückführten.

Neuigkeiten über die Entwicklung eines Insulin-Sprays sowie Insulin-Pillen wirkten sich positiv auf Titel des Pharmasektors wie Glaxo-Smith-Kline oder Astra-Zeneca aus. Ölwerte wie Shell, BP, Total-Fina-Elf profitierten vom steigenden Rohölpreis. Der irakische Ölminister warnte vor einem Stillstand in der Ölförderung. Einige Aktien des Versicherungssektors gewannen dank der Hinaufstufung durch die Investmentbank Morgan Stanley; Prudential und CGNU legten deutlich zu.

London

Der FTSE-100-Index der Börse London verbesserte sich um 2,72 Prozent auf 4756,8 Zähler. Kurssprünge verzeichnen konnten vor allem schwer gewichtete Titel des Pharma-, Öl- sowie Telekomsektors. Unterstützt wurde die Marktstimmung auch vom positiven Start der Wall Street, hiess es. Die Titel von Pharmariese Glaxo-Smith-Kline rückten 5,7 Prozent vor. Händler verwiesen auf positiven Neuigkeiten bei in der Entwicklung befindlichen neuen Medikamenten, welche die Sorgen um Patentstreitigkeiten überwogen. Auch Astra-Zeneca gewannen 4,6 Prozent.

Im Zuge steigender Rohölpreise gewannen Shell 4,3 Prozent und BP 3,2 Prozent. Die Titel von Mobilfunkgigant Vodafone erholten sich von ihrem am Freitag markierten Viereinhalb-Jahre-Tief und schlossen 5,8 Prozent fester. Auch die Aktien von mm02, der Mobilfunktocher von British Telecom, zogen 4,6 Prozent an.

Zürich

Die Schweizer Aktien gewannen nach einem zögerlichen Start im Verlauf deutlich an Fahrt und legten auf breiter Front kräftig zu. Der SMI-Index stieg 3,01 Prozent auf 6160,9 Punkte. Händler sprachen von einer technischen Gegenbewegung, nachdem der Markt in den vergangenen Tagen massiv an Wert eingebüsst habe. Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche waren dabei für einen Grossteil der Gewinne verantwortlich, hiess es. Novartis stiegen 5,4 Prozent, der "Bon" Roche 3,8 Prozent und Roche-Inhaber 4,9 Prozent. Händler verwiesen bei Novartis auf positive Nachrichten über das Diabetes-Mittel Starlix. Auch Serono, die in der Vorwoche kräftig unter die Räder gekommen waren, stiegen 5,1 Prozent. Abgesehen von Syngenta, die von Empfehlungen zweier US-Banken profitierten und 3,3 Prozent gewannen, entwickelten sich die Chemiewerte etwas weniger stürmisch.

Paris

Unter der Führung von France Telecom und Sanofi-Synthelabo schnellte der CAC-40-Index der Börse Paris um 4,35 Prozent auf 4010,36 Punkte nach oben. Auch die Aktien der beiden Rüstungsunternehmen EADS und Thales konnten zulegen. Unterstützt habe der Gewinn des Mitte-Rechts-Flügels bei den Parlamentswahlen am Sonntag, hiess es. France Telecom zogen, nach neuen Allzeittiefs in der vorigen Woche, über 6,1 Prozent an. Händler verwiesen auf Entwicklungen in der MobilCom-Saga. Die Sanofi-Aktien stiegen 5,7 Prozent.

Benelux

Unter der Führung von Technologie- und Finanzwerten notierten die Benelux-Börsen deutlich fester. Der Amsterdamer AEX-Index legte 3,76 Prozent auf 446,11 Punkte zu und der Brüsseler Bel20-Index stieg 3,92 Prozent auf 2569,13 Zähler. Die Titel des Chipproduzenten ASML kletterten 4,9 Prozent und Philips rückten gar 6,4 Prozent vor. In Brüssel waren die Titel des Finanzunternehmens Fortis gefragt, die sechs Prozent stiegen. Auch andere Finanzwerte wie Dexia oder Belgian KBC Bankassurance waren fester.

Mailand

An der Börse Mailand stieg der Mib30-Index 3,8 Prozent auf 28.648 Punkte. Für Auftrieb sorgten die Titel von STMicroelectronics und die Papiere der Muttergesellschaft Finmeccanica. Von der guten Stimmung am Markt profitieren konnten auch die Titel des Anlageunternehmens Fideuram, die 5,6 Prozent anzogen. Bankwerte waren ausnahmslos fester.

Madrid

Der Madrider Ibex-35-Index notierte 2,87 Prozent fester bei 7333,0 Zählern. Als Kurstreiber erwiesen sich die Titel des stark in Argentinien engagierten Ölkonzerns Repsol, die 11,9 Prozent in die Höhe schnellten. Händler verwiesen auf die Aufhebung von Restriktionen bei Ölexporten aus Argentinien. Gesucht waren auch Telefonica, die 2,7 Prozent kletterten. Unterstützung erhielt der Markt auch von den Aktien der beiden Grossbanken Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria.

Skandinavien

Die skandinavischen Aktienmärkte gingen markant höher aus dem Handel. Der DJ StoxxNordic-Index legte 2,76 Prozent auf 277,03 Punkte zu. Entgegen dem Trend verloren Ericsson nach einer Bonitätsrückstufung durch die Ratingagentur Moody's 3,3 Prozent. Die Titel des Konkurrenten Nokia kletterten mit der Markteinführung eines neuen Mobiltelefons 6,9 Prozent. Kursavancen von über drei Prozent verzeichneten die Papiere der Telekombetreiber Telia und Sonera.

Wien

Der Wiener Aktienmarkt gab bei insgesamt geringem Volumen gegen den europäischen Trend nach. Der ATX-Index sank 0,44 Prozent auf 1247,85 Punkte. Telekom Austria rutschten erneut 2,9 Prozent ab. Im Jahresverlauf haben sie damit knapp 14 Prozent eingebüsst. Den Rückgang führte ein Händler auf das angekündigte Secondary Offering zurück.

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