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US-Börsen beginnen im roten Terrain

Die US-Börsen beginnen die Woche im roten Terrain. Bei vorbörslich schwachem Volumen hatten die Futures einen scwachen Auftakt angezeigt. Tatsächlich steckt der Dow Jones Index in den ersten Handelsminuten ein Minus von 88 Punkten oder fast einem Prozent ein, der technologie-orientierte Nasdaq rutsche 34 Punkte oder zwei Prozent und notiert damit zunächst unter der magischen Marke von 1695 Punkten - dem letzten Stand vor den Attentaten des 11. September.

NEW YORK. Auf dem absteigenden Ast finden sich am frühen Montag vor allem die Tech-Werte. Allein der Computerhersteller IBM gewinnt im frühen Handel. Die Analysten von Bear Stearns erwarten für IBM Anteilsgewinne von elf Cents liegen damit deutlich über dem Wall Street Konsens. Das Papier notiert zur Stunde unverändert auf 100,84 Dollar.

Software-Gigant Oracle notiert schwach. Das Unternehmen erwartet, dass die Gewinne aus Programm-Lizenzen erst im Jahr 2002 wieder steigen. Diese Meldung drückt das Papier um über drei Prozent Prozent auf 14,47 Dollar und belastet auch den gesamten Tech-Sektor, der am Morgen auch die Downgrades verschiedener Brokerhäuser einstecken muss, die sich übers Wochenende mit der Branche beschäftigt hatten.

J.P. Morgan stuft beispielsweise den gesamten Chipsektor herab. Altera, Applied Micro Circuits, PMC Sierra, Vitesse und Xilinx stehen entsprechend zur Handelseröffnung unter Verkaufsdruck. Eine Erholung des Chipmarktes, die Unternehmen bereits für das nächste bis übernächste Quartal prognostiziert hatten, sehen die Marktbeobachter "noch drei Quartale entfernt". Die Aktien des Sektors könnten bis dahin, so J.P. Morgan, noch dreißig Prozent an Wert verlieren. In den ersten Minuten nach der Glocke verlieren die Papiere jeweils zwischen vier und sieben Prozent.

Lehman Brothers senkt Ergebniserwartungen für die Halbleiter-Branche

Die Analysten bei Lehman Brothers haben sich die Halbleiter-Branche vorgeknöpft und die Ergebniserwartungen für Applied Material, Novellus und andere Werte gesenkt. Mit den Unternehmen der Kommunikationsbranche gehen die Experten von Goldman Sachs ins Gericht. Sie senken die Gewinnerwartungen für das Fiskaljahr 2002 für Bell South, Verizon, Qwest, SBC und andere Unternehmen.

Positive Nachrichten gibt es am Morgen von Handspring. Der Hersteller von Kleincomputern stellt eine neue Produktgruppe vor, die den kleinen Organizer Palm mit einem ganzen Kommunikationszentrum samt Funktelefon, E-Mail und Internet verbindet.

Auch der Pharmariese Bristol-Myers Squibb kann zum Wochenauftakt zunächst mehr als ein Prozent zulegen. Das Unternehmen hat eine erfolgsversprechende Kooperation mit dem Mitbewerber Piloit Therapeutics bekannt gemacht. Pilot wird Medikamente von Bristol-Myers Squibb in der frühen Testphase übernehmen und weiterentwickeln, um sie zur FDA-Reife zu bringen.

Mit mehr als zehn Prozent im Plus ist das Biotech-Unternehmens Cepheid am Morgen einer der größten Gewinner. Die Biotech-Branche hatte sich in der vergangenen Woche sehr sensibel in bezug auf die Nachrichtenlage gezeigt. Die Angst vor Terrorangriffen mit biologischen Waffen und ein erster Anthrax-Fall in Florida hatten die Aktien des Sektors zunächst um ein Vielfaches ihres Wertes steigen lassen. Die Titel hatten sich dann zur Wochenmitte nicht an der allgemeinen Rally beteiligt, sondern Kurskorrekturen einstecken müssen. Erst am Freitag gehörten die Papiere wieder zu den Gewinnern im Handel: In New York war eine NBC-Journalistin mit Anthrax in Berührung gekommen und erkrankt. Am Wochenende wurden US-weit weitere Anthrax-Fälle bekannt, die Papiere der Branche, zu denen auch die Titel von Myriad und Cell Pathways gehören, legen im Montagshandel zulegen.

Unter Druck dürfte in dieser Woche dagegen die Restaurant-Branche kommen. Wie sehr der Sektor unter den Folgen der Anchläge vom 11. September leidet, zeigen brancheninterne Zahlen, die am Montag vor Handelsbeginn in New York veröffentlich wurden. Allein in New York haben dreißig Restaurants Bankrott erklärt, vierzig weitere bleiben bis auf weiteres geschlossen. Schon in den vergangenen Wochen hatten Papiere des Resaturantsektors, ebenso wie die Titel der Bierbrauer und weiterer Getränkehersteller, abgeben müssen.

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