US-Börsen belasten Aktienkurse
Sorgen um US-Konjunktur reißen Dax in die Tiefe

Vor allem Technologiewerte sowie die Aktien exportorientierter Firmen standen unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Der US-Einkaufmanagerindex des Institute of Supply (ISM) war am Nachmittag mit 50,5 Punkten deutlich hinter den Analystenerwartungen von 51,6 Zählern zurückgeblieben und fachte damit Sorgen um die weitere Entwicklung der US-Konjunktur an. "Wir stehen vor einem Gewitter", sagte Guiseppe Amato, Stratege vom Broker Lang & Schwarz und verwies darauf, dass die Schwankungsbreite des Dax (Volatilität) wieder deutlich zugenommen habe. Der VDax als Maß der Volatilität stieg um 16 Prozent auf 51,65 Punkte und damit auf das Niveau der Aktienmarktkrise vom September 2001 nach den Anschlägen in New York.

In den USA sei die Nervosität wegen der Ungewissheit über die eigene Wirtschaft und eine mögliche Irak-Krise offenbar sehr groß, hieß es weiter. "Wer immer bei fallenden Kursen ein paar Aktien kauft, wird geneigt sein, sie auch kurzfristig in eine kurze Erholung hinein zu verkaufen. Schließlich haben viele Angst vor einer Krise am Golf", sagte Amato.

Der Euro gewann angesichts der schwachen US-Konjunkturdaten und notierte bei 0,9960 Dollar nach 0,9842 Dollar zum US-Handelsschluss am Vortag. In New York lag der Standardwerteindex Dow Jones bei Handelsschluss in Frankfurt mit drei Prozent im Minus bei 8397 Punkten, die Computerbörse Nasdaq tendierte mit einem Abschlag von 3,16 Prozent bei 1273 Stellen.

Im MDax büßten die Titel der Heidelberger Druckmaschinen AG 7,8 Prozent auf 34,38 Euro an Wert ein, nachdem das Unternehmen sein Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hatte. Das Börsenbarometer für mittelgroße Werte schloss 1,88 Prozent tiefer bei 3 328 Punkten. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax50 3,41 Prozent auf 465 Zähler nach. Der Stoxx50-Index der größten Unternehmen Europas tendierte 4,7 Prozent schwächer bei 2 526 Stellen.

Sorgen um US-Konjunktur belasten Deutsche Aktien

"Wir sind sehr abhängig von den USA wegen unserer Exporte und das trifft Aktien wie Daimler-Chrysler und Bayer", sagte Olgerd Eichler, Fondsmanager bei Union Investment. Bayer-Aktien verloren 7,88 Prozent an Wert auf 21,51 Euro und führten damit die Dax-Verliererliste an. Die Papiere des deutsch-amerikanischen Autobauers Daimler-Chrysler fielen um 6,25 Prozent auf 40,05 Euro. Die Lufthansa-Titel, die bereits am Vortag wegen Sorgen vor möglichen Anschlägen in der Luftfahrt deutliche Verluste hinnehmen mussten, gaben um 6,59 Prozent auf 11,34 Euro nach. Die Aktien des Reisekonzerns TUI verbilligten sich um 7,28 Prozent auf 20,52 Euro.

Technologie-Titel unter Druck

Die Anteilsscheine des Softwareherstellers SAP verloren gut 5 Prozent auf 70,67 Euro. Die SAP-Gründeraktionäre haben eigenen Angaben zufolge ihren Konsortialvertrag aufgelöst, der die Möglichkeit von Aktienverkäufen beschränkte und den Vertragspartnern Vorkaufsrechte einräumte. Sie hätten allerdings nicht die Absicht, ihre Aktienbestände "wesentlich zu minimieren", teilte SAP dazu mit. Ein Börsianer sagte, die Formulierung "nicht wesentlich" lasse die Möglichkeit von Verkäufen offen. "Wie viel Aktien sind 'nicht wesentlich', ist jetzt die entscheidende Frage."

Die Anteilsscheine des Chip-Herstellers Infineon fielen 5,2 Prozent auf 10,61 Euro. "Die Aktie wird von Sorgen belastet, Intel könnte in den kommenden Tage schlechte Nachrichten publizieren", sagte ein Händler. Die Investmentbank Lehman Brothers hatte zuvor mitgeteilt, sie erwarte beim weltgrößten Halbleiterproduzenten eine Revision der Geschäftsprognosen für das dritte Quartal.

Gerüchte um Platzierung von Telekom-Aktien

Die T-Aktien verloren 7,2 Prozent auf 10,12 Euro. Aktienhändler verschiedener Banken sagten, es habe am Markt sich hartnäckig haltende Gerüchte um eine Platzierung von rund 200 Millionen Telekom-Aktien gegeben. Allerdings dementierten einige der angeblichen Verkäufer, darunter der Bund und der Hongkonger Investor Hutchsion Whampoa, dass es bei ihnen entsprechende Pläne gebe. Insgesamt lag der Tagesumsatz am Dienstag mit 35 Millionen Telekom-Aktien deutlich über dem Schnitt der jüngsten Zeit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%