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US-Börsen bringen Dax und Nemax 50 ins Schleudern

Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag weiter in die Tiefe gestürzt. Der ohnehin schon hohe Leidensdruck wurde von den Verlusten an den US-Börsen noch weiter verstärkt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag deutlich abgesackt. Der ohnehin schon hohe Druck wurde durch die Verluste an den US-Börsen noch weiter verstärkt. Diese waren nach einer Reihe von Warnungen vor sinkenden Gewinnen eingebrochen, was auch in Deutschland für Unsicherheit sorgte.

Der Dow Jones gab um knapp drei Prozent ab. In Frankfurt reagierten die Standardwerte im Dax darauf mit Einbußen von 3,42 % auf 6 372,33 Zähler. Besonders belastend wirkten sich die massiven Verluste von mehr als sechs Prozent an der amerikanischen Computerbörse Nasdaq auf das deutsche Pendant aus: Der Nemax 50 verlor 4,52 % auf 3 164,99 Zähler. Die Nebenwerte im MDax schlossen mit einem Minus von 1,80 % auf 4 686,08 Stellen.

Trotz der Kurseinbrüche sahen Experten keinen Grund, Trübsal zu blasen. Für langfristig orientierte Anleger aus der Eurozone sei ein Einstieg in deutsche Standardwerte durchaus interessant, sagte Klaus Tropschuh von der GZ Bank. Dies gelte jedoch nicht für Spekulanten, denn im Dezember seien weitere Kursrückgänge durchaus noch möglich. Als belastender Faktor käme auch die leicht rückläufige Konjunktur im Euroraum hinzu. Trotzdem sei eine Erholung nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Zeit zumindest in Sichtweite.

Vor allem die besonders stark gebeutelten Technologiewerten seien interessant: So biete sich beispielsweise bei Siemens ein Kursniveau zwischen 125 und 130 Euro auf jeden Fall zum Kauf an. Diese Meinung teilten offenbar auch die Analysten von Lehman Brothers, die ihr Siemens-Kursziel auf 170 Euro anhoben und den Titel auf "Kauf" heraufstuften. Siemens gaben bis Handelsschluss um 4,61 % auf 130,70 Euro nach.

Gegen den schwachen Dax-Trend stemmten sich RWE, die mit einem Plus von 2,45 % auf 49,83 Euro zu den wenigen Gewinnern gehörten. Die lange Liste der Verlierer führten Infineon mit minus 7,80 % auf 43,61 Euro an. SAP gaben 6,73 % auf 148,54 Euro nach.

EM.TV nach wie vor Gesprächsthema

Am Neuen Markt war EM.TV nach wie vor Gesprächsthema. Der Medienkonzern hat für kommenden Montag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Das Thema der Veranstaltung nannte das Unternehmen zunächst nicht. Nach Einschätzung von Branchenkennern wird möglicherweise die Übernahme des Konzerns durch die KirchGruppe verkündet. In den letzten Tagen hatten sich die Hinweise darauf verdichtet. EM.TV verloren 2,56 % auf 19,00 Euro.

Auch an den europäischen Börsen hagelte es Verluste. In Paris zogen die hohen Abgaben bei den Technologie- und Telekommunikationsaktien den Gesamtmarkt nach unten. Der EuroStoxx 50 verlor 2,39 % auf 4 790,08 Zähler.

Der Euro befand sich in sanftem Steigflug. Die Gemeinschaftwährung im Euroraum kostete 0,8714 $. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 0,8684 (Mittwoch: 0,8659) $ fest. Der $ kostete damit 2,2522 (2,2611) DM.

Der Rentenmarkt profitierte von der schlechten Stimmung am Aktienmarkt und befand sich gleichfalls im Aufwind. Der Bund-Future stieg um 0,6 % auf 107,39 Punkte. Der Rentenmarktindex REX stieg um 0,3 % auf 111,30 Zähler. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite mit 5,06 (Mittwoch 5,09) Prozent fest.

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