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US-Börsen enttäuscht über Zinssenkung um 50 Basispunkte

Die New Yorker Börsen reagierten enttäuscht auf die Entscheidung, die Zinsen nur um einen halben Prozentpunkt auf fünf Prozent zu senken. Um 20:15 MEZ gab die US-Notenbank bekannt, zum dritten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen zu reduzieren.

Nach der Entscheidung drehten der Dow Jones Index und der Nasdaq Index in die Verlustzone. Den Dow kostete die Nachricht 238 Punkte, das Barometer der High-Tech-Werte schloss mit 93 Punkten Verlust. Die größten Verlierer der Indizes waren IBM, J.P. Morgan, Intel, Cisco und JDS Uniphase.

Anleger hatten auf eine Senkung um 75 Basispunkte spekuliert, nachdem der Dow Jones Index in der vergangenen Woche um 7,7 Prozent gefallen war und damit den niedrigsten Stand seit elf Jahren erreicht hatte. Der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank will einer Rezession der US-Wirtschaft vorbeugen. Angesichts der schwachen inländischen Konjunktur und wirtschaftlicher Turbulenzen im Ausland werde die Notenbank die Entwicklung weiter genauestens verfolgen, so die Fed-Erklärung. Eine weitere Reduzierung vor der nächsten Sitzung im Mai hat sich die Fed damit offengelassen.

Für die Marktpsychologie ist ein halber Prozentpunkt nicht genug, warnten schon im Vorfeld Wirtschaftswissenschaftler. Vor allem muss die Fed jedoch das Konsumentenvertrauen in die Wirtschaft aufrechterhalten. Zwei kürzlich erstellte Erhebungen über das Vertrauen waren positiv ausgefallen. Doch weiter fallende Aktienkurse und ansteigende Arbeitslosigkeit könnten in den nächsten Monaten zu Lasten des Konsums gehen. Die Ausgaben der Verbraucher machen zwei Drittel der Wirtschaftsaktivitäten aus.

Für schlechte Stimmung auf dem Technologiemarkt sorgte Solectron. Das Elektronikunternehmen reduzierte seine Prognosen aufgrund von geringeren Aufträge der Großkunden wie Cisco, Nortel und IBM. Als Gegenmaßnahme plant Solectron, 8.200 Arbeitsplätze einzusparen, was etwa zehn Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Kursverluste mussten daher auch die Konkurrenten Sanmina, Flextronic und Celestica hinnehmen.

In die Tiefe ging es auch für Oracle Der zweitgrößte Softwarehersteller will bis zu zwei Prozent seiner Belegschaft entlassen, um den Umsatzrückgängen im gesamten IT-Bereich entgegenwirken und nachhaltig Kosten einsparen. Oracle ordnet sich mit den Entlassungen in die Reihe von Technologieriesen wie Cisco und Intel ein, die bereits Anfang März Entlassungen angekündigt hatten.

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