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US-Börsen legen Verschnaufpause ein

US-Investoren hielten sich am Donnerstag mit Investments zurück. Sie warteten auf die Arbeitsmarktdaten und auf eine Mitteilung von Intel über das Geschäft im laufenden Quartal.

hha/kjo NEW YORK. Nach den kräftigen Kursaufschlägen vom Vortag legten die US-Börsen am Donnerstag eine Verschnaufpause ein. Die Hoffnungen auf eine Besserung der US-Konjunktur im kommenden Jahr seien zwar weiterhin intakt. Angesichts der bevorstehenden Mitteilungen des Chip-Giganten Intel über die Geschäftsentwicklung im laufenden Quartal und der für Freitag angekündigten US-Arbeitsmarktdaten ließen die Anleger jedoch Vorsicht walten, hieß es. Einzelhandelswerte standen unter Druck, nachdem einige führende Unternehmen der Branche enttäuschende Umsatzahlen vorgelegt hatten. Keine Unterstützung kam von neuesten US-Fundamentaldaten, da sie kein klares Bild über die Verfassung der US-Wirtschaft lieferten.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem leichten Abschlag von 0,2 %. Der marktbreitere S&P-500-Index lag mit 0,3 % im Minus, und der Nasdaq-Composite verabschiedete sich mit einem Plus von 0,4 % aus der Sitzung.

Im frühen Handel drückte ein enttäuschend schwaches Ansteigen der Produktivität die Börsen leicht ins Minus, ehe ein unerwartet starker Anstieg der Auftragseingänge der Industrie im Oktober wieder ein kleines Gegengewicht bildete. "Seit dem 21. September haben die Standard-Aktien um mehr als 20 % zugelegt", kommentierte David Sowerby vom Investmenthaus Loomis Sayles, "die Investoren sollten sich darauf einstellen, dass ihr Vertrauen bis zum Jahresende noch einige Male auf die Probe gestellt wird."

Die Arbeitsproduktivität hat in den USA im vergangenen Quartal nur um 1,5% zugenommen. Ökonomen hatten einen Anstieg um 2,1 % vorhergesagt. Auch die wöchentlichen Erstmeldungen zur Arbeitslosigkeit lagen mit 457 000 über den Erwartungen. Dagegen sind die Auftragseingänge der Industrie im Oktober um 7,1 % gestiegen. Dies ist das größte Plus seit Juni 2000. Davon profitierten Dow- Schwergewichte wie der Automobilkonzern General Motors (+3,2 %) und das Technologie-Konglomerat General Electric (+0,5%).

Einzelhandelsunternehmen standen im Blickpunkt der Börse, weil einige Schwergewichte über die Entwicklung ihres Absatzes im November Rechenschaft ablegten. So verzeichnete Wal-Mart im November ein Absatzplus von 4,3 % in Läden, die seit mindestens einem Jahr existieren. Das war offensichtlich nicht genug: Wal-Mart Aktien gehörten mit einem Minus von 1,8 % zu den Verlierern im Dow Jones.

Die Nasdaq wurde von Softwareunternehmen in die Gewinnzone gezogen: Aktien des Schwergewichts Microsoft verbuchten ein Plus von 0,8 %, Oracle legten 3,4 % zu. Zu den Verlierern an der Technologiebörse zählten Titel des Pharmaunternehmens Millennium Pharmaceuticals. Der Konzern will den Konkurrenten Cor Therapeutics für 2 Mrd. $ kaufen. Millennium brachen um 16,6 % ein, Cor Therapeutics schossen um 42,1 % in die Höhe.

Der Handel richtete den Blick auf eine noch für Donnerstag erwartete Mitteilung des Chipherstellers Intel. Es gab Spekulationen, dass der Konzern seine Umsatzprognose für das laufende Quartal erhöhen wollte. Intel (-1,3 %) konnte davon nicht profitieren.

Die Aktien des nahezu bankrotten Energieriesen Enron verloren wieder an Boden (-33,7 %). In den vergangenen Tagen hatte sich der Kurs des Papiers zeitweise vervierfacht, weil Hoffnungen auf eine Rettung des Konzerns keimten. Das Versicherungsunternehmen Hartford Financial Services (plus 1,3 %) gab gestern bekannt, dass seine Verluste durch einen Bankrott von Enron bis zu 60 Mill. $ betragen können.

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