US-Börsen schliessen im Plus
Misstrauen der Anleger belastet General Electric

"Es ist alles verkauft. Es gibt keinen Antrieb, den Markt noch tiefer zu drücken", sagte Robert Cohen, Chefhändler bei Credit Suisse First Boston. Der Mangel an weiteren Verkaufsursachen und-möglichkeiten, nicht etwa gute Gründe für den Aktienkauf, hievten die New Yorker Börse also gestern Nachmittag doch noch ins Plus. Kurz vor Beginn des börsenfreien Unabhängigkeitstages entschieden sich manche Anleger, etwas Geld zu investieren. Beobachter hatten zuvor von einem Käuferstreik auf überverkauftem Markt gesprochen. Angesichts der Kursstürze vom Vortag hatte bislang kein Anleger zu kaufen gewagt.

end/HB NEW YORK. Die wichtigsten Indizes schlossen leicht im Plus. Der Dow Jones legte 0,52 % zu, der Standard & Poor?s- 500-Index 0,62 %. Der technologielastige Nasdaq Composite gewann 1,64 %. AOL Time Warner und der Telekommunikationskonzern Sprint zählten zu den Gewinnern.

Hauptsächlich aber wurde der Tag von Verlusten geprägt. General Electric erreichten historische Tiefststände. Merrill Lynch hatte die Belastung des Konzerns durch Mitarbeiterpensionen kritisiert. Zusammen mit dem herrschenden Misstrauen gegenüber den Bilanzen der großen Unternehmen war das genug, um den Kurs um 1,4 % absinken zu lassen und die Aktie zum meistgehandelten Papier zu machen. Seit Jahresbeginn haben General Electric ein Drittel an Wert eingebüßt.

Finanzaktien gaben wegen befürchteter Kreditrisiken nach. JP Morgan, Citigroup und American Express belasteten den Dow mit Verlusten zwischen 1 und 2 %. Die Vivendi-Aktie fiel um 12 %. Der Technologie-Sektor zeigte sich wechselhaft. Die Chipbranche rettete sich am späten Nachmittag ins Plus, trotz der Verluste beim Halbleiterproduzenten Advanced Micro Devices (AMD). AMD leidet unter der anhaltenden Schwäche des PC-Markts und musste seine Quartals-Verkaufsprognosen zum zweiten Mal in zwei Wochen zurücknehmen. Die Aktie sank um 6 %. Auch der AMD-Konkurrent Intel hatte im Juni eine Gewinnwarnung abgegeben. Gestern stiegen Intel um 7 %.

Das Papier des skandalgeschüttelten Telekomriesen Worldcom schoss sogar um 140 % in die Höhe, das entspricht einer Kurssteigerung von 14 Cent. Worldcom hatte sich am Dienstag gegen die Vorwürfe gewehrt, es habe Aufwendungen in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar falsch verbucht. Biotech-Aktien verzeichneten hohe Verluste. Qiagen fielen nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung um 30 %. Genentech sanken nach einer Analystenwarnung um 5 %. Die Deutsche Bank bezweifelt, dass klinische Tests des Krebsmedikaments Avastin zur Zulassung führen.

Quelle: Handelsblatt

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