US-Börsen schwach - Tyco und Knight belasten
Rücktritt von Tyco-Chef belastet US-Börsen

Der Rücktritt des Chefs des US-Mischkonzerns Tyco hat am Montag an den New Yorker Aktienmärkten die Zweifel der Anleger am Führungsstil der Geschäftsleitung von US-Konzernen verstärkt und die Kurse deutlich ins Minus gedrückt. Unerwartet gute Konjunkturdaten wurden von den Anlegern dagegen nach Angaben von Händlern überwiegend ignoriert.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index sank zum Schluss um 2,17 Prozent auf 9 709,79 Punkte. Der Nasdaq-Index rutschte um 3,30 Prozent auf 1 562,56 Zähler ab und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2001. Der S&P-Index verlor 2,49 Prozent auf 1 040,62 Punkte.

Seit dem Zusammenbruch des Energiehändlers Enron sei das Vertrauen in die Fähigkeiten der Geschäftsleitung von US-Unternehmen erschüttert, sagten Börsianer. "Wenn man in diese Firmen investieren will, ist die Glaubwürdigkeit wichtig", sagte Stephen Carl, Leiter Inlands-Aktienhandel bei Williams Capital. "Gibt es irgendeine Unsicherheit, werden die Leute nicht investieren."

Tyco und Knight verstimmen Investoren

Tyco-Aktien brachen um rund 27 Prozent auf 16,05 Dollar ein und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Das Unternehmen hatte zuvor den Rücktritt seines Konzernchefs Dennis Kozlowski bekannt gegeben. Ein New Yorker Bezirkstaatsanwalt teilte am Montag mit, es werde ermittelt, ob Kozlowski möglicherweise die New Yorker Umsatzsteuer nicht bezahlt habe. Zunehmende Zweifel an der Strategie des Unternehmens und den Bilanzierungsmethoden machen Tyco schon seit Monaten zu schaffen.

Der Kursrückgang der Aktien des Nasdaq-Unternehmens Knight Trading Group habe die Nervosität der Marktteilnehmer verstärkt, sagten Händler. Die Aktie hatte vorbörslich um mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Der Konzern führte dies auf einen Softwarefehler beim Einprogrammieren des Kurses während der Vorbörse zurück. Der plötzliche Kurseinbruch löste nach Händlerangaben aber auch Spekulationen um mögliche Untersuchungen von Bundesbehörden bei dem Unternehmen aus. Knight teilte mit, es gebe keinen Grund dazu. Die Aktie notierte rund 6,8 Prozent schwächer mit 5,92 Dollar.

Die Aktien des Energiehändlers El Paso Corp verloren rund 14,4 Prozent auf 21,95 Dollar und lagen in der Umsatzstatistik der New York Stock Exchange an zweiter Stelle. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der Schatzmeister habe offenbar Selbstmord begangen. Der Schatzmeister habe schwerwiegende Gesundheitsprobleme gehabt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters.

Wall Street ignoriert Konjunkturdaten

Das seit dem Zusammenbruch des Energiehändlers Enron angeschlagene Vertrauen der Investoren in die Geschäftsführung der Konzerne habe am Montag auch die guten Nachrichten von der Entwicklung der US-Wirtschaft überschattet, sagten Händler. Der vom Institute for Supply Management (ISM) ermittelte Index für die Geschäftsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe war auf 55,7 Zähler von 53,9 Punkten im April geklettert. Analysten hatten einen Anstieg auf 55,0 Zähler prognostiziert. Viele Investoren hatten aber insgeheim auf einen deutlicheren Anstieg gehofft, sagten Börsianer.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 98-29/32. Sie rentierten mit 5,015 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 5/32 auf 96-23/32 und hatten eine Rendite von 5,605 Prozent.

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