US-Börsen und politische Situation belasten Nikkei
Tokioter Börse schließt auf Rekordtief

An der Börse in Tokio hat der Leitindex Nikkei seine Talfahrt am Dienstag fortgesetzt und auf dem niedrigsten Stand seit 16 Jahren geschlossen.Händler begründeten die Kursschwäche, die sich quer durch alle Branchen zog, mit den Verlusten an der US-Technologiebörse Nasdaq nach den Gewinnwarnungen von HighTech-Firmen und politischen Unsicherheiten in Japan.

Reuters TOKIO. Der Nikkei fiel 2,89 % auf 11 819 Zählern. Tiefer hatte der 225 Werte umfassende Index zuletzt am 28. Januar 1985 notiert. Der marktbreite Topix-Index gab 2,94 % nach und fiel mit 1 170,58 Zählern auf den tiefsten Stand seit dem 9. März 1999.



NEC verloren mehr als 6 %

Die Titel des Technologiekonzerns NEC verloren in Tokio am Dienstag 6,9 %, Fujitsu schlossen 4,51 % auf 1 420 Yen nach, Softbank sackten über sechs Prozent auf 4180 Yen ab und Yahoo Japan ermäßigten sich um 11,31 % auf 5,02 Mill. Yen. Die Titel des Kamera- und Kopiermaschinenherstellers Minolta verloren 4,91 % auf 523 Yen. Am Montag hatte die Firma zusammen mit einer Reihe anderer Techfirmen Gewinnwarnungen veröffentlicht.

Bankenaktien zählten neben den Hochtechnologiewerten zu den größten Verliereren. Sumitomo Bank gaben 4,5 % nach und Tokyo-Mitsubushi notierten 3,42 % schwächer mit 1129 Yen.

Da der Topix-Index unter 1 200 Punkte gesunken sei, erwarteten die meisten Anleger, dass Banken unrealisierte Verluste im Wert von mindestens 4,2 Billionen Yen oder 34,85 Mrd. US-Dollar erleiden würden, hieß es weiter.

Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Montag weiter deutlich unter Druck gestanden und die Kurseinbußen vom Freitag auf breiter Front weiter ausgebaut. Der Technologiesektor war erneut von einer Verkaufswelle belastet worden. Insbesondere Kursverluste des Nasdaq-Schwergewichtes Cisco Systems drückten den Technologie-Index unter die Marke von 2 000 Punkten. Der Index büßte deutliche 6,3 % auf 1 923 Zähler ein und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit November 1998.

Doch auch die Standardwerte standen unter Verkaufsdruck. Der Dow-Jones-Index führender Industriewerte schloss um 4,10 % tiefer bei 10 208 Zählern und verbuchte damit den fünf-größten Punkteverlust in seiner Geschichte.



Gewinn- und Umsatzwarnung von Ericsson

Belastend wirkte zudem die Gewinn- und Umsatzwarnung des schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson. Dieser hatte am Montag mitgeteilt, vor Steuern im ersten Quartal einen Verlust von umgerechnet bis zu 1,1 Mrd. DM zu erwarten und dies mit einer schwachen Nachfrage nach den Ericsson-Produkten vor allem auf den US-Mrkten, aber auch in Westeuropa, begründet. Auch die Umsatzplanungen wurden gesenkt. Die Ericsson-Aktie hatte daraufhin zeitweise 20 % nachgegeben und auch die Titel von Wettbewerbern wie Nokia oder Siemens belastet.

Zur düsteren Stimmung im japanischen Markt trugen auch politische Unsicherheiten bei. So hatte Ministerpräsident Yoshiro Mori erklärt, die Wahlen um den Parteivorsitz vorzuziehen, ohne jedoch ein Wahldatum oder seinen Rücktritt unmissverständlich bekanntzugeben.

Der Börsenumsatz in Tokio der ersten Sektion betrug insgesamt 792,73 (Vortag 693,64) Mill. Aktien.

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