US-Botschaft in Paris und ein NATO-Gebäude in Brüssel im Visier
Hinweise auf weitere Attentate verdichten sich

US-Behörden haben seit den Terrorattentaten vom 11. September nach eigenen Angaben vier Bombenanschläge an Orten außerhalb der USA vereitelt. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass lose organisierte Terrorzellen weitere Anschläge vorbereiteten, wie die Nachrichtenagentur AP aus Regierungskreisen erfuhr. Im Visier gewesen seien die US-Botschaft in Paris, ein US-Gebäude in der Türkei, Botschaftseinrichtungen in Jemen und ein NATO-Gebäude in Brüssel.

ap WASHINGTON. Im Laufe des vergangenen Monats seien 225 Personen in etwa einem Dutzend Staaten außerhalb der USA auf Grund von Geheimdienstinformationen festgenommen worden, hieß es weiter. Sie sollen Terror-Anschläge mitvorbereitetet oder unterstützt haben. Die meisten Erkenntnisse deuteten nicht auf konkrete Ziele hin, sondern eher auf ein "klareres Bild mehrerer Terrorzellen, die zuschlagen wollen", sagte einer der Beamten. Zugleich werfen die vereitelten Pläne nach Einschätzung von Experten ein Schlaglicht auf die Methoden von El Kaida: Ziele von misslungenen Anschläge werden wieder ins Visier genommen. Auf das World Trade Center war bereits 1993 ein Bombenanschlag verübt worden.

Die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass sich mehrere Personen, die an den Planungen beteiligt sind, im Wesentlichen in den USA, in Europa und im Nahen Osten aufhalten.

Nach Angaben von US-Justizminister John Ashcroft vom Sonntag sucht die US-Bundespolizei noch rund 190 Personen, die Informationen haben sollen oder direkt verwickelt sein sollen. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird auch nach einem saudischen Piloten gefahndet, der im August zwei Flugzeuge auf einem kleinen Flugplatz in Tennessee gekauft haben soll. Das Gelände liegt in der Nähe von Fort Campbell im Staat Kentucky, wo einige der US-Elite-Spezialeinheiten stationiert sind.

Keine Hinweise auf zentralgesteuerten Plan

Jemenitische Behörden suchen den Angaben zufolge nach einem Dutzend Arabern, von denen mehrere in Verbindung mit Osama bin Ladens Terrornetzwerk El Kaida stehen sollen, die nach den Terror-Attacken vom 11. September von Afghanistan nach Jemen eingereist waren.

Die Regierungsvertreter sagten, die meisten Erkenntnisse über die derzeitige Bedrohung deuteten auf lose organisierte Terrorzellen hin, an denen unter anderen Algerier und Afghanen beteiligt sein sollen, die Vorbereitungen für weitere Attentate träfen. Gemeinsam sei ihnen ihre Bewunderung für bin Laden und seine Aufrufe zu Attentaten gegen die USA. Es gebe aber keine Hinweise auf einen zentralgesteuerten Plan.

Den Strafverfolgungsbehörden liegen auch mehr oder weniger konkrete Hinweise darauf vor, dass Personen aus dem Nahen Osten Ziele beobachteten, die von Atomkraftwerken über Flughäfen hin zu Botschaften und Touristenattraktionen reichten.

Das FBI sucht außerdem weiter nach Khaled Alzeedi, einem saudischen Piloten, der zwei Kleinflugzeuge in Clarkville, Tennessee, kaufte und den Staat kurz vor den Anschlägen von New York und Washington verlassen haben soll. Alzeedis Name taucht auf einer Liste von Personen auf, die in Zusammenhang mit den Ermittlungen befragt werden sollen. Der stellvertretende FBI-Direktor John Collingwood erklärte allerdings am Sonntag, er werde wegen einer Sache gesucht, die überhaupt nichts mit den Entführungen zu tun habe.

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