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US-Boy kämpfte für die Taliban

Er war ein "süßer, schüchternder" Junge, sagt seine Mutter. Der 20-Jährige aus Kalifornien kämpfte mit den Taliban, jetzt ist er Kriegsgefangener der US-Armee.

afp WASHINGTON. Ein 20-jähriger US-Bürger, der an der Seite der Taliban-Miliz gekämpft hatte, ist an die US-Truppen in Afghanistan ausgeliefert worden. Das teilte ein Sprecher des Oberkommandos für den Afghanistan-Einsatz am Montag in Tampa im US-Bundesstaat Florida mit. Der als John Walker in Washington geborene Mann, der sich nun Abdul Hamid nennt, war von der Nordallianz festgenommen worden. Er gehörte nach Informationen des US-Magazins «Newsweek» und des Fernsehsenders CNN zu den rund 80 Gefangenen, die die blutig niedergeschlagene Gefangenenrevolte in der Festung bei Masar-i-Scharif überlebt und sich gestellt hatten.

Was mit dem Mann geschehen sollte, war zunächst unklar. Darüber sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte der Militärsprecher. Walker sei verletzt und werde von den US-Truppen medizinisch versorgt. Laut CNN wurde der Mann durch Granaten und Kugeln verletzt. Walker wuchs Medienberichten zufolge in Kalifornien auf. Er habe nach seiner Festnahme erzählt, dass er mit 16 Jahren zum Islam konvertiert sei und in Pakistan den Koran studiert habe. Dort sei er «in Kontakt mit Lehrern von Taliban-Führern» gekommen. Vor sechs Monaten sei er nach Afghanistan gegangen, um den Taliban beim Aufbau eines «wahren islamischen Staates zu helfen». Laut CNN gab Walker an, sowohl für die Taliban als auch für den mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden gekämpft zu haben.

Die Eltern des 20-Jährigen zeigten sich schockiert. «Wenn er mit der Taliban zu tun hatte, dann muss ihm das Gehirn gewaschen worden sein», zitierte «Newsweek» die Mutter. Sie beschrieb ihren Sohn als einen «süßen, schüchternen Jungen», der armen Menschen helfen und vielleicht Arzt werden wollte.

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