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US-Bruttoinlandsprodukt ist erstmals seit 1993 gesunken

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA ist im dritten Quartal erstmals seit Anfang 1993 gesunken. Es gab um 0,4 % nach, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington bekannt gab.

dpa-afx/vwd WASHINGTON. Allerdings schrumpfte die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft der Welt damit weniger als erwartet. Konsensschätzungen waren von einem Einbruch um bis zu 1,0 % ausgegangen. Im zweiten Quartal hatte das BIP noch um 0,3 % zugelegt.

Robuster Konsum hat an Kraft verloren

Die Zahlen zum US-BIP im dritten Quartal zeigen allerdings, dass der bislang sehr robuste Konsum deutlich an Kraft verloren hat. Die Ausgaben der privaten Verbraucher, die zu etwa zwei Dritteln zur US-Wirtschaftsleistung beitragen, stiegen um lediglich 1,2 %, nachdem sie im zweiten Quartal noch um 2,5 % zugelegt hatten. Der Konsum nahm damit im dritten Quartal mit der niedrigsten Rate seit dem ersten Vierteljahr 1993 zu. Der Beitrag des privaten Verbrauchs zum Wachstum der US-Wirtschaft belief sich den Angaben des Ministeriums zufolge auf 0,83 (zweites Quartal: 1,72) Prozentpunkte.

Weiterhin rückläufig präsentierten sich die Investitionen, die gesamtwirtschaftlich um 10,7 % fielen nach minus 12,1 % im Vorquartal. Die Unternehmensinvestitionen wiesen dabei ein Minus von 11,9 (minus 14,6) % auf, wobei sich immerhin die Abschwungdynamik abbremste. Ingesamt lieferte die Investitionsentwicklung einen negativen Beitrag zum US-Wachstum von 1,82 (minus 2,16) Prozentpunkten.

Der Abbau der Lagerbestände wurde fortgesetzt

Die Unternehmen verringerten ihre Lagerbestände laut Handelsministerium um 50,4 Mrd. $ nach einem Abbau um 38,3 Mrd. $ im zweiten Quartal. Mit Blick auf die BIP-Komponente Außenhandel wurde ein Rückgang der US-Exporte um 16,6 (minus 11,9) $ gemeldet, die Importe verringerten sich um 15,2 (minus 8,4) $. Damit ergab sich ein Nettobeitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum von 0,32 (minus 0,12) Prozentpunkten.

Der Beitrag der Staatsausgaben zum Wachstum wurde mit 0,32 (0,87) Prozentpunkten beziffert. Beobachter verwiesen darauf, dass die US-Wirtschaft - nicht zuletzt auch wegen der Nachwirkungen der Terroranschläge vom 11. September - im vierten Quartal ebenfalls einen BIP-Rückgang verzeichnen dürfte. Damit wäre die gebräuchliche Definition für eine Rezession - zwei aufeinander folgende Quartale mit negativen BIP-Raten - erfüllt. Es wäre die erste Rezession seit 1990/91, als die US-Wirtschaft vom dritten Quartal 1990 bis zum ersten Quartal 1991 eine rückläufige Wirtschaftsleistung aufwies. Wie es weiter hieß, dürften die BIP-Zahlen zum dritten Quartal auch nichts an der Einschätzung ändern, dass die Fed in der kommenden Woche zum zehnten Mal in diesem Jahr ihrem Leitzins senken wird. Experten erwarten dabei eine Zinssenkung um zumindest 25 Basispunkte auf dann 2,25 Prozent.

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