US-Bundesstaaten kämpfen für härtere Strafen gegen Microsoft
Mit Multimedia gegen Microsoft

Im Kartellverfahren gegen Microsoft versuchen die neun US-Bundesstaaten, die weiter gegen den weltgrößten Softwarekonzern klagen, härtere Strafen gegen Microsoft durchzusetzen.

Reuters WASHINGTON. Die am Montag beginnenden Anhörungen könnten Experten zufolge acht Wochen dauern. Um die zuständige Bezirksrichterin Colleen Kollar-Kotelly von der Notwendigkeit härterer Sanktionen gegen den Microsoft zu überzeugen, werden Vertreter der Staaten im Gerichtssaal moderne Multimedia-Programme für Film und Musik vorführen. Nach Ansicht der Bundesstaaten müssen diese Technologien bei der Festsetzung der Strafen gegen Microsoft berücksichtigt werden, damit der Konzern auch künftig an der Ausnutzung seiner Marktmacht gehindert werden kann. Microsoft argumentiert dagegen, dass diese Forderungen über das ursprünglich gegen Microsoft gefällte Urteil hinausgehen.

Neun Staaten einigten sich mit Microsoft

US-Gerichte hatten den Hersteller des weit verbreiteten Betriebssystems Windows im vergangenen Sommer für schuldig befunden, seine Monopolstellung bei diesen Systemen auf illegale Weise zu erhalten. Außerdem habe Microsoft versucht, seinen Rivalen im Bereich der Internet-Browser, Netscape, aus dem Markt zu drängen. Im November hatten sich die US-Regierung und neun der 18 ebenfalls gegen Microsoft klagenden Staaten auf einen Vergleich geeinigt, der den seit fast vier Jahren andauernden Rechtsstreit beilegen soll. Danach soll Microsoft Computerherstellern mehr Freiheit bei der Auswahl ihrer Programme lassen.

Die übrigen neun Staaten lehnen den Vergleich bisher allerdings ab und pochen auf härtere Strafen gegen das Unternehmen. Ihrer Ansicht nach kann der ausgehandelte Vergleich nicht verhindern, dass Microsoft seine Marktmacht bei modernen Technologien ausnutzen wird, die zu Beginn des Verfahrens noch wenig verbreitet waren. Dabei geht es um Programme zum Abspielen von Filmen und Musik, für die Übertragung von Mitteilungen in Echtzeit (instant messaging) und Decoder für interaktives Fernsehen.

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