Archiv
US-Daten belasten auch deutsche Börsen

Wegen des deutlich schlechter als erwartet ausgefallenen US-Verbrauchervertrauens und anderer verhaltener Konjunkturaussichten haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag Händlern zufolge im Minus geschlossen.

rtr FRANKFURT. Während der Deutsche Aktienindex (Dax) mehr als ein Prozent nachgab, fiel der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes um über zwei Prozent. "Vom Verbrauchervertrauen wurde viel mehr erwartet. Jetzt sind die Anleger natürlich massiv enttäuscht", sagte Norbert Empting, Aktienhändler beim Handelshaus Schnigge. Im Zuge freundlicher tendierender US-Börsen erholten sich allerdings auch die deutschen Märkte im Handelsverlauf. Auf die Stimmung habe aber auch die gesenkte Prognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia zum globalen Absatz von Mobiltelefonen gedrückt.

Der Dax schloss 1,07 % leichter als am Vortag bei 5059 Punkten. Dabei waren die deutschen Standardwerte zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten gefallen. "Das ist aber keine Chart-Marke", sagte Aktienhändler Empting. Angesichts der starken Kursgewinne in den vergangenen zwei Monaten wäre auch ein Rückfall bis 4800 Punkte noch gesund. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 2,50 % auf 1296 Zähler. Der M-Dax für die mittelschweren Werte ging gut behauptet bei 4272 Punkten aus dem Handel.

Das US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board hatte am Nachmittag (MEZ) mitgeteilt, dass der Index des US-Verbrauchervertrauens im November auf 82,2 Punkte von 85,5 Punkten im Vormonat gefallen sei. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 87,9 Zähler gerechnet. Ein Händler sagte, das steigere die Bereitschaft der Anleger, Aktien wieder zu verkaufen. Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befindet sich die US-Wirtschaft derzeit in einem starken Abschwung, wird sich im kommenden Jahr aber wieder deutlich erholen.

Nokia hatte am Dienstag die Prognose für die Entwicklung des weltweiten Mobiltelefon-Marktes in diesem Jahr gesenkt, zeigte sich für 2002 aber vorsichtig optimistisch. Der Konzern rechne im nächsten Jahr mit einem Umsatzwachstum von 15 % bei guter Profitabilität. Während die Nokia-Aktie auf Xetra und in New York mehr als drei Prozent nachgab, tendierten die meisten deutschen Technologietitel freundlich. SAP , Siemens , Infineon und Epcos stiegen um bis zu ein Prozent.

Nach Händlerangaben fielen insbesondere zyklische Werte wie Automobil-Titel nach den schwachen Verbraucherdaten aus den USA. Volkswagen-Papiere büßten 3,76 % auf 51,20 ? ein. BMW gaben 2,72 % auf 37,84 ? nach. Auch Daimler-Chrysler verloren 3,00 % auf 48,50 ?. Daimler hatte außerdem bekannt gegeben, wegen der Flaute im Lkw-Geschäft Anfang 2002 im Werk Wörth jeweils an einem Wochentag die Produktion ruhen zu lassen, um damit den Abbau von Stellen zu verhindern.

Lufthansa verloren 0,91 % auf 15,29 ?. Der internationale Flugverkehr wird nach Einschätzung des Boeing-Chefs Phil Condit frühestens in drei Jahren wieder das Niveau der Zeit vor den Anschlägen vom 11. September erreichen. Die Allianz AG will nach eigenen Angaben ihre Beteiligung an dem Energiekonzern RWE über eine Wandelanleihe um vier Prozentpunkte reduzieren. Händler sagten, der Kursverlust beider Unternehmen sei auf die Wandelanleihe zurückzuführen. RWE schloss 4,05 % schwächer bei 42,36 ?. Allianz -Titel gaben 1,92 % auf 255,20 ? nach.

Die Aktien der

Deutschen Bank

zogen trotz des schwachen Gesamtmarktes um 1,64 % auf 74,81 ? an. Ein Börsianer sagte, die Umstrukturierung der Bank sei ein Schritt in die Zukunft und könne positiv bewertet werden. Einem Zeitungsbericht zufolge plant der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann einen radikalen Umbau der Bankführung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%