US-Daten erfreuen Anleger
Dax hangelt sich ins Plus

Positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA und anziehende Börsen in New York haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag nach einer zunächst schwächeren Tendenz ins Plus drehen lassen. Der Dax schafft wieder den Sprung über die 5000-er Marke.

rtr/ vwd - FRANKFURT. Nach der Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens und des Chicagoer Einkaufsmanagerindex zogen die Kurse deutlich an, nachdem der Index im frühen Verlauf noch um bis zu mehr als ein Prozent nachgegeben hatte. Die ersten Ergebnisse bei der Urabstimmung der IG Metall über einen möglichen Streik hätten den Markt hingegen nicht beeindruckt, sagten Börsianer. Deutlich fester präsentierten sich nach Vorlage von Quartalszahlen die Titel von BASF, während die Telekom-Papiere weiter Kursverluste vezeichneten. Der Dax stieg bis zum frühen Abend um 0,22 Prozent auf 5019 Punkte, nachdem er im frühen Verlauf auf bis zu 4929 Zähler nachgegeben hatte. Der Nebenwerte-Index MDax notierte 0,1 Prozent schwächer bei 4489 Zählern. An den Aktienmärkten in New York stieg der Technologieindex Nasdaq bis zum frühen Abend (MESZ) um rund zwei Prozent auf 1691 Stellen, der Industriewerte-Index Dow Jones gewann 1,4 Prozent auf 9961 Stellen.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung ihres Landes hatte sich im April etwas weniger stark eingetrübt als erwartet. Der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Vertrauensindex fiel auf 108,8 von revidiert 110,7 Punkten im März. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang auf 108,0 Zähler gerechnet.
Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager teilte zudem mit, dass der Einkaufsmanager-Index für den Großraum Chicago im April saisonbereinigt auf 54,7 von 55,7 Zählern im Vormonat gesunken war. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf 55,3 Zähler prognostiziert.

"Unter dem Strich sind die Daten auf jeden Fall positiv zu werten, weil die Leute nach den schlecht ausgefallenen Konjunkturausweisen vom Freitag Angst hatten, dass jetzt wieder eine Enttäuschung kommt", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Bankhaus Nols. In der vergangenen Woche war der Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan unerwartet deutlich gesunken.

Am Nachmittag hatte die IG Metall bekannt gegeben, im Tarifbezirk Berlin/Brandenburg hätten mehr als 80 Prozent der Mitglieder für einen Ausstand gestimmt. Das Thema Streik in der Metallbranche stehe angesichts der allgemein schlechten Stimmung am Markt im Hintergrund, sagten dazu Aktienhändler.

Vor allem Finanztitel und ausgewählte Technologieaktien verhelfen dem Index zu seinen Gewinnen. Unter Druck standen indes die Titel der Telekom , die um 3,4 Prozent auf 14,67 Euro nachgaben. Marktteilnehmer sagten, die Stimmung im Telekomsektor sei derzeit sehr schlecht. Besonders die schwache Entwicklung im Festnetz-Geschäft der France Telecom laste auf der Branche. Am Vortag hatte bereits das Papier von WorldCom wegen der drückenden Schuldenlast in den USA 28 Prozent verloren.

Auch die Titel des Chip-Herstellers Infineon verbilligten sich um 3,8 Prozent auf 19,91 Euro. Zuvor war die Fusion der Konkurrenten Hynix und Micron gescheitert. "Durch den Zusammenschluss sollten Überkapazitäten in der Branche abgebaut werden. Das wird jetzt nicht kommen", sagte ein Händler. Das werde sich negativ auf die Chip-Preise und die Gewinne der Unternehmen in der Branche auswirken. Nach der Vorlage von Quartalszahlen büßten Fresenius Medical Care FMC ) und Metro 5,5 bzw. ein Prozent ihres Börsenwertes ein. Der Rückgang des FMC-Umsatzes um 1,3 Prozent bei Dialyseprodukten gebe Anlass zur Sorge, sagt ein Analyst und verweist darauf, dass der Mitbewerber Gambro im ersten Quartal den Umsatz sowohl bei Dienstleistungen als auch bei Produkten habe steigern können. Insgesamt habe der Umsatz die Erwartungen des Marktes nicht getroffen, der operative Gewinn und Nettogewinn seien hingegen "in line".

BASF -Papiere waren dagegen nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen stark gefragt. Das Papier legte um 4,7 Prozent auf 47,15 Euro zu. "Offenbar hat sich das Geschäft im Januar und Februar sehr gemächlich entwickelt, aber im März ist es zu einem deutlichen Aufschwung gekommen", sagte Analyst Tony Cox von Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. "Ich denke, dass sich dies im zweiten Quartal fortsetzt." Die Analysten der Bank ABN Amro stuften die BASF-Titel auf "Hinzufügen" von "Reduzieren" hoch und nannten ein Kursziel von 50 Euro.

Die Zahlen der Deutschen Post sind etwas schwächer ausgefallen als erwartet, heißt es aus dem Markt. Die Aktie gibt daher um 0,3 Prozent auf 14,95 Euro ab. "Es gibt derzeit einige Umschichtungen, aber das Interesse ist gering, und an der Post noch geringer", sagt ein Händler.
SAP und Siemens drehen am Nachmittag ins Plus. Vor allem Siemens legen deutlich um zwei Prozent auf 67,12 Euro zu. Händler berichten von Käufen, großer Adressen. Aber auch Finanzwerte, wie Deutsche Bank und Münchener Rück verhelfen mit ihren Kursgewinnen dem Dax zu Aufschlägen.

Im MDAX verlieren Beate Uhse 2,3 Prozent auf 10,11 Euro. Der Ausblick bei Beate Uhse klingt jedoch zuversichtlich, meint eine Analystin. Offenbar gehe das Unternehmen davon aus, dass die Probleme des vergangenen Jahres, unter anderem im Multi-Media-Geschäft, im laufenden Jahr überwunden werden können.
Die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen von Rheinmetall sind nach Ansicht eines Händlers über den Erwartungen des Marktes ausgefallen. Die unveränderte Dividende dürfte sich dabei nicht negativ auf den Kurs auswirken, heißt es. Die Aktie verbessert sich um 3,1 Prozent auf 13,59 Euro. Interessant sei in Bezug auf die Rheinmetall-Aktie auch, dass seit einigen Tagen vermehrte Käufe angelsächsischer Adressen zu beobachten seien, so ein Händler. Denkbar sei dagegen, dass in den kommenden Tagen hier eine interessante Nachricht anstehe, heißt es weiter.

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