US-Daten im Rahmen der Erwartungen
Euro notiert kaum verändert

In einem wegen Zinsspekulationen von Nervosität geprägten Devisenhandel hat sich der Euro am Donnerstag nahe seines Schlussstands vom Vorabend bewegt.

Reuters FRANKFURT. Konjunkturdaten aus den USA blieben am Nachmittag nahe den Analystenerwartungen und gaben deshalb keinen Hinweis auf künftige geldpolitische Entscheidungen in den USA und dem Markt damit keinen neuen Impuls. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hatte zuvor gewarnt, es sei zu früh, über eine erneute Leitzinssenkung in der Euro-Zone zu sprechen. Mit dem Ausblick auf eine nur langsame Konjunkturerholung und stabile Preise ließ er aber die Möglichkeit weiterer geldpolitischer Lockerungen offen.

Am Nachmittag notierte der Euro mit 1,1730/33 Dollar. Im bisherigen Handelsverlauf schwankte er zwischen einem Tief von 1,1711 und einem Hoch von 1,1808 Dollar. Zu Handelsschluss am Vorabend in New York war der Euro mit 1,1752/58 gehandelt worden. Im Referenzkursverfahren EuroFX der Banken wurde der Eurokurs mit 1,1747 (Mittwoch 1,1741) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1734 (1,1748) Dollar.

Im Mittelpunkt des Handels standen Spekulationen über weitere Leitzinssenkungen sowohl in der Euro-Zone als auch in den USA. Bei einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel bekräftigte Duisenberg: "Es ist zu früh, jetzt über weitere Zinsschritte zu diskutieren." Damit warnte er abermals vor übertriebenen Erwartungen weiterer Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB).Erst vergangene Woche hatte die EZB den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,00 % - den tiefsten Stand der Nachkriegszeit in allen Euroländern - gesenkt.

Duisenberg hatte nach der Zinssenkung am Donnerstag vergangener Woche gesagt: "Wenn die USA selbst mit einem niedrigeren Zinsniveau als wir Handlungsspielraum haben, können Sie sich vorstellen, dass wir unseren Handlungsspielraum nicht ausgeschöpft haben." Zahlreiche Marktteilnehmer hatten dies als Signal für eine weitere, bald folgende Zinssenkung verstanden. "Die Märkte sind jetzt sehr nervös", sagte ein Rentenhändler.

Aus den USA gab es mit Blick auf die Zinsspekulationen keine neuen Impulse. Der US-Einzelhandel setzte von April auf Mai insgesamt 0,1 % mehr um. Ohne die Automobilbranche betrug der Umsatzanstieg ebenfalls 0,1 %. Von Reuters befragte Volkswirte hatten beim Gesamtumsatz einen unveränderten Stand und ohne Automobilbranche ein Plus von 0,2 % prognostiziert.Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 7. Juni lag bei 430 000 nach 447 000 in der Vorwoche. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit 424 000 Erstanträgen gerechnet.

Die US-Notenbank Fed entscheidet Ende Juni über die Zinsen. Der US-Schlüsselzins beträgt derzeit 1,25 % und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren.

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