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US-Daten schicken Wall Street auf Talfahrt

Negative Meldungen großer US-Konzerne wie Dell Computers und Ford sowie schwache Außenhandelsdaten haben die Kurse an der Wall Street am Freitag auf Talfahrt geschickt.

rtr NEW YORK. Die Senkung der Gewinnprognose des Autokonzerns Ford und die Quartalszahlen des Computerherstellers Dell hätten die Stimmung gedrückt, hieß es. "Die Unternehmensnachrichten waren anhaltend negativ, vor allem bei den wichtigen Tech-Firmen", sagte Alfred Kugel, Investmentstratege bei Stein Roe & Farnham. "Letztlich können wir alle möglichen Wirtschaftsdaten haben, wenn jedes Unternehmen sagt, die Dinge sind schlecht, kaufen die Leute keine Aktien." Sorge bereite, dass Exporte und Importe im Juni auf den tiefsten Stand seit Februar 2000 gefallen seien, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 17.40 Uhr MESZ mit 1,09 % schwächer auf 10 278,56 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index deutlich stärker um 2,35 % auf 1885,04 Zähler einbüßte. Belastend sowohl für die Standardwerte als auch den Nasdaq-Index habe sich auch ausgewirkt, dass ein US-Bundesberufungsgericht den Antrag des Software-Konzerns Microsoft auf einen Aufschub im laufenden Kartellrechtsverfahren zurückgewiesen habe, sagten Händler. Microsoft gaben 2,43 % auf 63,00 Dollar nach. Der Fall werde innerhalb einer Woche an das zuständige Gericht zurückgeleitet, hatte das Berufungsgericht mitgeteilt.

Der Computerhersteller Dell erwirtschaftete nach eigenen Angaben im zweiten Quartal, wie von Analysten erwartet, einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahreszeitraum, verbuchte einschließlich Sonderbelastungen jedoch einen Millionenverlust. Die Aktie verlor im Verlauf 7,76 % auf 23,41 Dollar. Die Investmentbanken ABN Amro und Credit Suisse First Boston senkten daraufhin ihre Finanzprognosen für das Unternehmen. Negative Nachrichten kamen nach Händlerangaben auch von weiteren Tech-Konzernen. Der Chiphersteller Analog Devices hatte von einem Gewinnrückgang um 80 % berichtet. Die Aktie gab 2,63 % auf 46,95 Dollar nach. Maxim Integrated Products gaben 4,54 % auf 46,68 Dollar nach. Der Chiphersteller hatte für das vierte Quartal einen Verlust ausgewiesen.

Der Automobilkonzern Ford hatte seine Prognose für den Gewinn im Gesamtjahr 2001 vor Sonderposten deutlich auf 70 Cents je Aktie zurückgenommen, verglichen mit Analystenschätzungen von durchschnittlich 1,20 Dollar je Aktie. Der Konzern will außerdem bis zu 5000 Stellen in Nordamerika streichen. Die Titel verloren 7,72 % auf 21,63 Dollar.

Die Außenhandelsdaten zeigten eine anhaltende Schwäche der globalen Konjunktur, sagten Händler. Das US-Handelsministerium hatte zuvor mitgeteilt, das Außenhandelsdefizit in den USA sei im Juni etwas stärker als von Analysten erwartet auf 29,41 (Vormonat: 28,47) Mrd. Dollar gestiegen. "Es ist etwas schlechter als erwartet. Die Exporte sind niedriger, was ein weiteres Zeichen dafür ist, dass die globale Konjunkturschwäche das verarbeitende Gewerbe in den USA belastet", sagte Mark Vitner, Volkswirt bei First Union Corp. in Charlotte (North Carolina).

An der trüben Stimmung änderte nach Händlerangaben auch das gestiegene Verbrauchervertrauen in den USA wenig. Die Kurse hätten zwar im Anschluss an die Daten ihre Talfahrt gebremst, diese wenig später aber wieder fortgesetzt. Der von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauensindex stieg im August nach vorläufigen Berechnungen auf einen Wert von 93,5 nach 92,4 im Juli. Analysten hatten nur mit einem leichten Anstieg auf 92,5 gerechnet.

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