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US-Daten sprechen nicht für verschärfte Gangart der Fed - Experten

Die jüngsten US-Konjunkturdaten sprechen nach Einschätzung von Volkswirten nicht für eine verschärfte Gangart der US-Währungshüter. Der Preisauftrieb ist im Juli nach Einschätzung der Commerzbank moderat geblieben. Darüber hinaus fiel auch das Wachstum der Industrieproduktion im Juli etwas geringer als erwartet aus. Der Euro gab seine kurzfristig erzielten Kursgewinne wieder ab und notierte zuletzt bei 1,2322 $.

dpa-afx WASHINGTON. Die jüngsten US-Konjunkturdaten sprechen nach Einschätzung von Volkswirten nicht für eine verschärfte Gangart der US-Währungshüter. Der Preisauftrieb ist im Juli nach Einschätzung der Commerzbank moderat geblieben. Darüber hinaus fiel auch das Wachstum der Industrieproduktion im Juli etwas geringer als erwartet aus. Der Euro gab seine kurzfristig erzielten Kursgewinne wieder ab und notierte zuletzt bei 1,2322 $.

Die US-Industrieproduktion ist im Juli nach Angaben der US-Notenbank nur moderat gestiegen. Sie legte um 0,4 % zum Vormonat zu, während von CBS Marketwatch befragte Volkswirte im Durchschnitt eine Produktionsausweitung von 0,5 % erwartet hatten. Darüber hinaus fiel der Produktionsrückgang im Juni deutlicher aus als bisher mit 0,3 % veranschlagt. Der Rückgang wurde auf 0,5 % revidiert.

Kapazitätsauslastung Geringer ALS Erwartet

Auch die Kapazitätsauslastung blieb im Juli geringer als erwartet. So erhöhte sich die Auslastung der US-Industrie von revidiert 76,9 % im Vormonat auf 77,1 %. Von CBS Marketwatch befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt hingegen 77,5 % erwartet.

Der Preisauftrieb in den USA bleibt unterdessen auch moderat. So sind die US-Verbraucherpreise nach Angaben des US-Arbeitsministeriums im Juli überraschend gesunken. Das Preisniveau verringerte sich um 0,1 % zum Vormonat, während die befragten Volkswirte im Durchschnitt einen leichten Preisanstieg von 0,1 % erwartet hatten. Insbesondere die Verbilligung von Energie wirkte preisdämpfend.

'Mässiges' Tempo BEI Zinserhöhungen

Die Kernrate ohne Berücksichtigung von Lebensmittel- und Energiepreisen erhöhte sich im Juli mit 0,1 % weniger stark als erwartet. Die Experten hatten im Durchschnitt mit 0,2 % gerechnet.

Die Entwicklung spiegelt die jüngste Einschätzung der US-Notenbank wieder, die den Preisanstieg der vergangenen Monate als "vorübergehend" bezeichnet und vor diesem Hintergrund ein weiterhin "mäßiges" Tempo bei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hatte. "Wir befinden uns bei der Inflation in einer Art Winterschlaf", sagte Anthony Chan von JP Morgan Fleming Asset Management. Er verwies auf die Verlangsamung der Wirtschaft im zweiten Quartal, die die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher gedämpft habe.

Keine Akuten Inflationsgefahren Auszumachen

Auch nach Einschätzung der Commerzbank bleibt der Preisauftrieb weiter unter Kontrolle. Akute Inflationsgefahren, auf welche die Notenbank mit einer kräftigen Straffung der Geldpolitik reagieren müsste, seien nicht auszumachen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Der Lohnanstieg sei weiterhin stabilitätskonform. Das Risiko von Zweitrundeneffekten erscheine gering. Die Währungshüter dürften deshalb "nur langsam den Fuß vom Gas nehmen". Bei der September-Sitzung sei gleichwohl eine weitere moderate Zinserhöhung um 0,25 %punkte zu erwarten.

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