US-Diplomaten wollen Spionagejet zurückfordern
China und USA erörtern Flugzeugzwischenfall

Unterhändler beider Seiten trafen sich am Mittwoch im chinesischen Außenministerium. Hauptanliegen der US-Delegation war dabei die schnelle Rückgabe des amerikanischen Spionageflugzeugs. China wollte dagegen die Ursache des Zwischenfalls und die Zukunft der amerikanischen Aufklärungsflüge erörtern.

ap PEKING/WASHINGTON. Die achtköpfige US-Delegation wurde vom stellvertretenden Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Peter Verga, angeführt. Präsident George W. Bush habe die Mitglieder angewiesen, harte Fragen über das chinesische Vorgehen gegen die Aufklärungsflüge zu stellen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer. Die Entscheidung über US-Waffenlieferungen an Taiwan stand nach Angaben des Pentagon nicht auf der Agenda.

Das chinesische Außenministerium teilte mit, Peking fordere die Einstellung der amerikanischen Aufklärungsflüge. Darüber hinaus solle der Ablauf des Unfalls diskutiert und erörtert werden, wie solche Vorfälle künftig verhindert werden könnten. Die chinesische Delegation leitete der Generaldirektor der Abteilung für nordamerikanische und ozeanische Angelegenheiten im Außenministerium, Lu Shimin. Fleischer sagte, die US-Regierung würden die Aufklärungsflüge auf keinen Fall einstellen. `Die USA behalten sich das Recht vor, über internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren", sagte er.

Das US-Spionageflugzeug war am 1. April über dem südchinesischen Meer mit einem chinesischen Abfangjäger kollidiert und musste auf der Insel Hainan notlanden. Die Besatzung wurde elf Tage festgehalten, das Flugzeug befindet sich noch immer auf der Insel. Der Pilot des Abfangjägers gilt als tot. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall zu.

Berater Bushs gegen Lieferung moderner Waffen an Taiwan

Die Gespräche könnten nach Einschätzung von US-Außenamtssprecher Richard Boucher mehrere Tage dauern. Washington habe deutlich gemacht, dass ein produktives Treffen die Basis für die künftigen Beziehungen legen könne, sagte Boucher. China habe zugesagt, das Treffen direkt und ohne polemische Anschuldigungen anzugehen.

Das chinesische Außenministerium erklärte, Peking wolle die Beziehungen zu den USA normalisieren. Washington habe jedoch in den vergangenen Tagen unverantwortliche Stellungnahmen abgegeben und auf chinesische Forderungen nicht reagiert. Zhu wiederholte die Kritik Chinas an den geplanten Waffenlieferungen nach Taiwan.

Amerikanische Medien berichteten unterdessen, Berater Bushs hätten sich gegen die Lieferung moderner Waffensystem an Taiwan ausgesprochen. Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld und Außenminister Colin Powell kamen am Dienstag mit der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und anderen Regierungsberatern zusammen. Der Sender CNN und die Zeitung `New York Times" berichteten, Berater hätten empfohlen, statt der bestellten modernen Systeme weniger fortschrittliche Waffen an Taiwan zu liefern. Die endgültige Entscheidung soll laut Pentagon am kommenden Dienstag mit Vertretern Taiwans erörtert werden.

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