US-Dollar reagiert mit Kursverlusten
Elf Tote bei Selbstmordanschlag auf US-Konsulat

In unmittelbarer Nähe des US-Konsulats in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi ist am Freitag ein Bombenanschlag verübt worden, bei dem nach Polizeiangaben mindestens elf Menschen getötet wurden.

WiWo/ap KARACHI. Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Anschlag auf das US-Konsulat in Karachi am Freitag mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Wie die pakistanische Polizei mitteilte, wurden 45 weitere Menschen verletzt. Der Attentäter rammte mit seinem mit Sprengstoff beladenen Lieferwagen einen Wachposten an der Mauer des Konsulats. Die Wucht der Explosion zerriss die Opfer; in die Mauer wurde ein drei Meter weites Loch gesprengt. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand; der Verdacht fiel auf El-Kaida-Mitglieder.

Nach Angaben der Polizei wurden bislang zehn Opfer identifiziert. Bei dem elften Toten handle es sich vermutlich um den Attentäter. Wie das pakistanische Innenministerium mitteilte, waren unter den Opfern vier Polizisten, ein Passant und zwei nicht identifizierte Frauen. Die USA verurteilten den Anschlag als "bedauerlichen terroristischen Akt". Die US-Regierung sprach den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses, Sean McCormack.

Die amerikanische Botschaft in Islamabad teilte mit, unter den Verletzten befänden sich ein US-Marineinfanterist und fünf pakistanische Konsulatsmitarbeiter. Es war der zweite Selbstmordanschlag gegen eine ausländische Einrichtung in der südpakistanischen Hafenstadt innerhalb von sechs Wochen.

Gut ein Dutzend Autos ging in Flammen auf, darunter zwei Polizeifahrzeuge. Trümmer flogen einen Kilometer weit. Das schwer bewachte Konsulat in einem normalerweise ruhigen Stadtviertel wurde nach Angaben eines US-Sprechers abgeriegelt. "Viele Fenster des Gebäudes sind zu Bruch gegangen; das Gebäude selbst ist auch beschädigt worden", sagte der US-Botschaftssprecher Mark Wentworth in Islamabad. Auch mehrere umliegende Gebäude, darunter ein Marriott-Hotel, wurden beschädigt.

Ein Repräsentant der Provinz Sindh, Javed Ashraf Hussein, verurteilte den Terroranschlag. Er beklagte, dass es dem Attentäter trotz höchster Sicherheitsstufe in dem Gebiet gelungen sei zuzuschlagen. Der Bürgermeister von Karachi, Naimat Ullah, sagte: "Die Terroristen haben keine Religion. Sie sind nicht muslimisch. Sie sind nicht menschlich. Sie sind nur Terroristen."

Das Konsulat befindet sich zwischen einem großen Hotel und dem staatlichen Gasthaus an einer Hauptstraße, die täglich von mehreren tausend Fahrzeugen befahren wird. Selbstmordanschläge hat es in Pakistan erst gegeben, nachdem sich das Land nach dem 11. September offen in die Allianz gegen den internationalen Terrorismus eingereiht hat.

Gegen ausländische Einrichtungen wurden seit März vermutlich vom Mitgliedern des Terrornetzwerks El Kaida, die nach dem Zusammenbruch der Taliban-Herrschaft in Afghanistan Zuflucht in Pakistan gesucht haben, drei Anschläge verübt: Am 17. März riss ein Selbstmordattentäter in einer Kirche im Diplomatenviertel Islamabads vier Menschen mit in den Tod. Im vergangenen Monat wurden in Karachi elf französische Ingenieure bei einem Selbstmordangriff vor ihrem Hotel in nur eineinhalb Kilometern Entfernung vom US-Konsulat getötet.

Die USA hatten nach dem Anschlag auf die Kirche alles nicht unbedingt notwendige diplomatische Personal aus Pakistan abgezogen. Die britische Botschaft evakuierte nach einer Anschlagsdrohung Ende Mai 150 Mitarbeiter.

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