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US-Einzelhandelsdaten zeigen robuste Konsumnachfrage

Der US-Einzelhandel hat im Januar zwar etwas weniger umgesetzt als im Vormonat, doch außerhalb der Automoilbranche stiegen die Einnahmen so stark wie zuletzt vor knapp zwei Jahren.

rtr WASHINGTON. Nach Einschätzung von Analysten unterstreichen die Daten vom Mittwoch die robuste US-Konsumnachfrage, die den Weg für eine rasche und nachhaltige Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft ebnen könnte. Dollar und US-Aktien reagierten mit Kursgewinnen.

Die Gesamtumsätze seien vor allem wegen der stark gesunkenen Autonachfrage um 0,2 % gefallen nach einem revidierten Plus von 0,2 % im Dezember, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Dies lag im Rahmen der Analystenprognosen. Da Ende vergangenen Jahres zahlreiche Nullzins- Finanzierungsangebote der Autohändler die Fahrzeug-Absatzzahlen stark nach oben getrieben hatten, war für diese Branche ein Umsatzrückgang erwartet worden. Autohändler verzeichneten im Januar einen Umsatzminus von 4,3 %.

Ohne die Automobilbranche setzte der Einzelhandel den Angaben zufolge dagegen 1,2 % mehr um, während Experten nur ein Plus von 0,4 % erwartet hatten. Dabei fiel der 5,1-prozentige Anstieg bei Tankstellen im Zuge der höheren Treibstoffpreise überdurchschnittlich stark aus. "Die Daten zeigen, dass die Verbraucher in den Geschäften unterwegs sind und langsam wieder mehr ausgeben", sagte Oscar Gonzalez, Volkswirt bei John Hancock Financial Services in Boston. Dies seien positive Nachrichten für die US-Wirtschaft, da die Verbraucher für eine Konjunkturerholung dringend benötigt würden. Die Investitionsausgaben zögen dann mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch wieder an.

Die Verbraucherausgaben machen rund zwei Drittel der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in den USA aus. Das vergleichsweise robuste Kaufverhalten der Konsumenten hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA bereits im vierten Quartal 2001 geringfügig um 0,2 % wachsen lassen. Zuvor war die Wirtschaft noch um annualisiert 1,3 % geschrumpft. Auch die US-Notenbank (Fed) wies nach ihrem jüngsten Zinstreffen Ende Januar auf erste zaghafte Anzeichen einer Konjunkturerholung hin, nachdem sie 2001 in elf Schritten den Leitzins auf 1,75 % heruntergeschraubt hatte.

Die durch die Einzelhandelsdaten verstärkten Konjunkturhoffnungen führten an den US-Aktienmärkten zu Kursgewinnen. Der Dow-Jones-Index legte um mehr als ein Prozent zu. Auch der Dollar gewann zum Euro und legte rund einen Drittel US-Cent auf Kurse um 0,8720 Dollar. "Aussichten auf eine Wirtschaftsbelebung sind gutes Futter für Dollar und Aktien", sagte Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein in New York. Die US-Staatsanleihen gaben dagegen etwas nach.

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