US-Einzelhandelsumsätze überraschend stark gestiegen
Dax schließt dank US-Vorgaben fester

Hoffnungen auf einen Aufschwung der US-Konjunktur haben die deutschen Aktienwerten am Dienstag deutlich fester schließen lassen.

rtr FRANKFURT. Das US-Konsumentenverhalten sei im April offenbar sehr positiv gewesen, sagte Analyst Alfred Kaiser vom Bankhaus Nols und verwies damit auf die im April gestiegenen Einzelhandelsumsätze in den Staaten. Es könne wohl damit gerechnet werden, dass sich diese Konsumfreude auch in den Indizes für das Verbrauchervertrauen niederschlagen werde. Am kommenden Freitag wird der vorläufige Index des US-Verbrauchervertrauens für Mai bekannt gegeben.

Am stärksten gefragt waren am Dienstag die Technologiewerte, die in den kommenden Monaten nach Einschätzung von Börsianern die treibende Kraft am deutschen Aktienmarkt sein werden.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Dienstag 1,5 % fester bei 5049,08 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 2,2 % auf 859,74 Punkte stieg. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,4 % im Plus bei 4469,71 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 1,7 % auf 3526,37 Zähler an. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,2 % höher bei 10 234 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um drei Prozent auf 1703 Punkte anzog.

US-Einzelhandelsumsätze überraschend stark gestiegen

Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im April im Vergleich zum Vormonat um 1,2 %. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,7 % gerechnet. Außerdem hatten die Volkswirte der National Association for Business Economics am Montag ihre Prognose für das US-Wirtschaftswachstum 2002 auf 2,8 von bisher 1,5 % angehoben.

Optimismus für Kursentwicklung der Technologiewerte

"Kurzfristig sind wir für die High Techs durchaus optimistisch", sagte der Aktienstratege Rolf Elgeti von der Commerzbank. "Auch für den Dax sind wir ziemlich optimistisch und sehen ihn in den nächsten drei bis fünf Monaten bei rund 5500 Punkten. Getragen wird der Index dann von den Technologiewerten und der Deutschen Telekom, die auf dem jetzigen Niveau ziemlich attraktiv ist." Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax stieg am Dienstag um vier Prozent. Unterdessen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in einem vorab veröffentlichten Interview des Magazins "Stern" Telekom-Chef Ron Sommer gegen Kritik verteidigt. Es gebe keinen Grund für einen Wechsel an der Konzernspitze, sagte Schroeder. Die T-Aktie verteuerte sich am Dienstag um 4,2 % auf 13,33 ?. Deutliche Gewinne verbuchten auch die Papiere von Infineon und Siemens, die um 6,2 % auf 19,84 ? beziehungsweise um 4,4 % auf 71 ? stiegen. Infineon will nach den Worten seines Vorstandschefs Ulrich Schumacher die Produktionskosten von Speicherchips im kommenden Geschäftsjahr um bis zu 40 % senken. Die Erholung bei Siemens sei eine Reaktion auf die Verluste der vergangenen Monate, sagte der Analyst Michael Busse von der Helaba. Seit Jahresbeginn hat die Siemens-Aktie rund 5,5 % eingebüßt.

Degussa erneut im Minus

Ganz oben auf der kurzen Liste der Verlierer standen derweil die Papiere von Degussa, die sich um 4,6 % auf 33 ? verbilligten. Händler erklärten diese Entwicklung mit den enttäuschenden Geschäftszahlen vom Vortag. Hinzu kämen Gewinnmitnahmen. Die Degussa-Titel hatten auf Grund von Übernahmefantasien seit Jahresbeginn rund 20 % zugelegt. Außerdem senkte die Investmentbank J.P. Morgan ihre Gewinnprognosen für 2002 und 2003 um 14 beziehungsweise elf Prozent.

Stada bekräftigt Prognosen

Im MDax stiegen die Aktien von Stada um 3,8 % auf 38,50 ?. Der Arzneimittelhersteller hat im ersten Quartal bei Umsatz und Ergebnis kräftig zugelegt und für dieses Jahr frühere Prognosen eines prozentual zweistelligen Umsatz- und Ergebniswachstums bekräftigt. Die Titel von Cargolifter rutschten indes um knapp 20 % auf 1,60 ? ab, nachdem das Land Brandenburg Finanzhilfen für den Luftschiffbauer vorerst ausgeschlossen hatte. Am Montag waren die Papiere nach einem Medienbericht über eine bevorstehende Insolvenz zeitweise um bis zu 46 % eingebrochen.

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