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US-Erzeugerpreise im März erstmals seit August 2000 gesunken

Die US-Erzeugerpreise sind im März vor allem wegen fallender Energiekosten zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahr gesunken. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, gingen die Produzentenpreise zum Vormonat um 0,1 % zurück nach einem Anstieg von 0,1 % im Februar.

rtr WASHINGTON. Die US-Erzeugerpreise sind im März vor allem wegen fallender Energiekosten zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahr gesunken. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, gingen die Produzentenpreise zum Vormonat um 0,1 % zurück nach einem Anstieg von 0,1 % im Februar. Analysten hatten mit unveränderten Preisen gerechnet. Die US-Einzelhandelsumsätze fielen nach Angaben des Handelsministeriums im März zum Vormonat ebenfalls überraschend um 0,2 % nach revidiert unveränderten Umsätzen im Februar. Die Daten signalisieren Analysten zufolge zum einen die geringen Inflationsgefahren und zum anderen den anhaltenden Wirtschaftsabschwung in den USA. Sie machten eine schnelle neuerliche Zinssenkung der Fed daher wieder wahrscheinlicher.

Der erste Rückgang der Erzeugerpreise seit August 2000 ist nach Angaben des US-Arbeitsministeriums vor allem auf die fallenden Energiekosten zurückzuführen. Ohne schwankungsanfällige Nahrungsmittel und Energieprodukte (Kernrate) stiegen die Erzeugerpreise die Preise wie erwartet um 0,1 % und damit mit derselben Rate wie im Vormonat. "Die Preisdaten sind gute Nachrichten und zeigen, dass es kein Inflationsproblem gibt", sagte Peter Cardillo, Volkswirt bei Westfalia Investments in New York.

In Verbindung mit den schwachen Umsatzzahlen machen die Preisdaten Analysten zufolge eine schnelle Zinssenkung der US-Notenbank Fed wieder wahrscheinlicher. "Die Zahlen sind zwar möglicherweise nicht überzeugend genug, um einen Zinsschritt vor dem nächsten Fed-Treffen am 15. Mai zu rechtfertigen. Doch die Daten sind in jedem Fall überzeugend genug, um weitere Zinssenkungen zu rechtfertigen", sagte Stuart Hoffmann von der PNC Bank. Die Fed kommt am 15. Mai zu ihrem nächsten Zinstreffen zusammen. Sie hatte seit Jahresbeginn den Schlüsselzins in den USA in drei Schritten um insgesamt 150 Basispunkte auf 5,00 % gesenkt.

Auch die gestigenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lieferten Analysten zufolge einen weiteren Beleg für die sich abkühlende US-Konjunktur. Die Erstanträge stiegen nach Angaben des US-Arbeitsministeriums in der Woche zum 7. April auf 392 000 nach 383 000 in der Vorwoche. Analysten hatten einen Rückgang erwartet. Im Viermonats-Durchschnitt kletterten die Erstanträge auf 380 500 und damit auf den höchsten Stand seit knapp fünf Jahren.

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