US-Filme dominieren den Markt
Nicht nur Männer in schwarz locken öfter ins Kino

Ob "Men in Black" oder "Herr der Ringe", amerikanische Kassenschlager ziehen immer mehr Zuschauer in deutsche Kinosäle. Doch trotz des Besucheransturms sind die Kassen der Betreiber leer.

DÜSSELDORF. Die deutschen Kinobetreiber bleiben auf Wachstumskurs. Nachdem bereits das Jahr 2001 mit einem Zuschaueranstieg von 16,7 % für Rekordumsätze sorgte, stieg die Zahl der Kinobesucher im ersten Halbjahr 2002 nochmals um 4,5 %. Markus Roth, Statistiker beim Dachverband der deutschen Filmwirtschaft, erwartet daher auch für das laufende Jahr "ein ausgesprochen gutes Ergebnis". "Die Branche könnte den Rekord vom vergangenen Jahr übertreffen", meint auch Thomas Grillenberger, Medienexperte der Bayerischen Landesbank.

Diesen Erfolg verdanken die Kinobetreiber in erster Linie den amerikanischen Kassenschlagern "Herr der Ringe" (11 Mill. Zuschauer), "Ice Age" (6,9 Mill. Zuschauer) und "Star Wars" (5,6 Mill. Zuschauer). Die zweite Episode der Star Wars-Saga habe den Erfolg der ersten zwar nicht wiederholen können, erläutert Roth, doch die Filme "Man in Black II" (Filmstart 18. Juli), der zweite Teil von "Herr der Ringe" und ein weitere Harry Potter-Episode werden nach Ansicht des Filmexperten 2002 noch für überdurchschnittliche Besucherzahlen sorgen.

Ein deutscher Top-Film ist dagegen nicht in Sicht. Dank der Western-Persiflage "Der Schuh des Manitu" von Comedian Bully Herbig (11 Mill. Zuschauer) war der Marktanteil deutscher Kinofilme im Jahr 2001 mit 18,2 % auf Rekordniveau gestiegen. Der Löwenanteil fiel aber auch im vergangenen Jahr auf US-Filme (77 %).

Obwohl in Deutschland die Kino-Begeisterung ungebrochen ist, schreiben die großen deutschen Kinobetreiber Ufa-Theater, United Cinemas International (UCI) und Cinemaxx rote Zahlen. Cinemaxx wies für das Geschäftsjahr 2001 einen Verlust in Höhe von 4,6 Mill. ? aus, die Ufa stand noch im Juni kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und die Zukunft von UCI, einer deutschen Tochter des französischen Medienkonzerns Videndi Universal, ist nach der Krise beim Mutterkonzern ebenfalls ungewiss.

Die Kinobetreiber leiden trotz der Umsatzsteigerungen weiterhin unter hohen Abschreibungen. Die Unternehmen hatten seit Mitte der 90er Jahre stark expandiert. Die Zahl der Kinosäle stieg nach Angaben von Markus Roth von 4070 (1996) auf 4792 (Stand: 31.12.01). Außerdem wurden rund die Hälfte aller Kinos seit 1995 erneuert.

"Die Kinohäuser befinden sich noch mitten in der Konsolidierung", erklärt Andreas Kramer vom Hauptverband deutscher Filmtheater. Vor allem in den großen Metropolen sei der Wettbewerb ruinös, berichtet Markus Roth vom Dachverband der deutschen Filmwirtschaft. Zwar lassen die Qualitätsverbesserungen bei den Sälen und in der Gastronomie die Gewinne steigen. Doch "Deutschland hat immer noch ein Überangebot an Kinosälen", meint auch Markus Wallner, Medienanalyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Prognosen der Betreiber sind aber von Optimismus gekennzeichnet: Die Ufa will in diesem Jahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben und Cinemaxx erwartet ein Umsatzplus von 20 %.

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