US-Finanzminister konstatiert "echten Optimismus"
G-7 setzen auf neue Fahrt für die Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft ist nach Auffassung der sieben führenden Industrienationen (G-7) gesund genug, um wieder an Fahrt zu gewinnen. Die Aussichten für eine Verbesserung der weltweiten Lebensstandards seien überzeugend, befanden die G-7-Finanzminister und Notenbankchefs bei ihrer Frühjahrstagung am Samstag in Washington.

afp WASHINGTON. US-Finanzminister Paul O'Neill konstatierte "echten Optimismus". Japan stellte für Juni eine Erholung seiner Wirtschaft in Aussicht. Die Türkei erhielt Beifall für ihr Sparprogramm. Über die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde nach Angaben der Teilnehmer ebensowenig diskutiert wie über den Euro-Kurs. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 3,2 %, gegenüber 4,8 % im Jahr 2000.

Die Grundlagen für ein weltweites Wachstum seien gesund, hieß es in der Schlusserklärung der G-7-Tagung. Auch die grundlegenden Daten der US-Wirtschaft stimmten auf lange Sicht zuversichtlich. Jeder G-7-Staat müsse in seinem Bereich dafür sorgen, dass sich die Wachstumspotenziale entfalten könnten, sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Es gehe nicht um die Suche nach einem Sündenbock, sagte der französische Finanzminister Laurent Fabius.

Kein Zinsschritt der EZB geplant

Sowohl Eichel als auch Fabius erklärten im Anschluss an die Sitzung, die US-Vertreter hätten die Europäer nicht gedrängt, ihre Zinsen zu senken. Zwischen Wachstum und Preisstabilität gebe es keinen Widerspruch, betonte der französische Notenbankchef Jean-Claude Trichet. EZB-Präsident Wim Duisenberg gab keine Signale, dass er einen Zinsschritt plant. Die Wachstumsaussichten in der Euro-Zone bleiben nach Einschätzung der G-7 günstig, wenn sie auch etwas gedämpft worden seien. Haushaltskonsolidierung, Struktur- und Steuerreformen seien dort weiterhin gefragt.

Die Finanzminister forderten die Türkei auf, die notwendigen Maßnahmen zur Überwindung der Finanzkrise rigoros anzuwenden. Eichel begrüßte das versprochene IWF-Hilfspaket in Höhe von zehn Mrd. Dollar, bedauerte jedoch, dass zusätzliche Hilfen im Rahmen der G-7 nicht zustande kamen. IWF-Direktor Horst Köhler begrüßte das von Argentinien angekündigte Konjunkturprogramm. Er erwarte den Abschluss eines Kreditvertrags in den kommenden Tagen. Die Entwicklungsländer (G-24) appellierten an die Industrienationen, trotz des langsameren Wachstums weiter Hilfe zu leisten.

Anders als im Vorjahr wurden die Finanztreffen zunächst nicht von Protesten begleitet. Zu einer für Sonntag angekündigten Kundgebung erwartete die Washingtoner Polizei nur wenige hundert Demonstranten. Private Hilfsorganisationen fordern einen vollständigen Schuldenerlass für die ärmsten Staaten. Der Währungs- und Finanzausschuss des IWF sollte am Sonntag tagen, der Entwicklungsausschuss der Weltbank am Montag.

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