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US-Fitness-Hilfe imponiert Lehmann und Co.

Zum Abschluss bat Jürgen Klinsmann zum Gruppenfoto mit den Helfern aus Übersee - die Ergebnisse des Schnupperkurses in Sachen US-Fitness bleiben zunächst geheime Verschluss-Sache.

dpa BERLIN. Zum Abschluss bat Jürgen Klinsmann zum Gruppenfoto mit den Helfern aus Übersee - die Ergebnisse des Schnupperkurses in Sachen US-Fitness bleiben zunächst geheime Verschluss-Sache.

"Die Arbeit der Amerikaner war absolut top. Sie ist zwar ein bisschen anders, aber das setzt neue Reize", kommentierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann den viel diskutierten Einstieg der Vorbereitung auf den Länderspiel-Schlager gegen Brasilien.

"Eine gute Abwechslung" fand Youngster Phillip Lahm nach den neuen Übungen. "Das hat mich weiter gebracht. Man muss das Beste für sich heraus filtern", zeigte sich Torwart Jens Lehmann sogar imponiert. "Das zeichnet die deutsche Nationalmannschaft aus, sie will sich immer verbessern", lobte Fitness-Experte Mark Verstegen.

Dennoch: Als nach einer ungewohnten Testreihe mit vier Stationen unter Aufsicht der US-amerikanischen Abordnung von "Athletes Performance" sowie einer noch ungewöhnlicheren Aufwärm-Einheit mit Standwaage, Entengang rückwärts und Gummiband endlich der Ball ins Trainingsspiel kam, schienen einige der deutschen Nationalkicker aufzuatmen. Beim Spielchen Neun gegen Neun fühlten sie sich sichtbar wohler. "Es ist wichtig, über die Grenzen hinaus zu gucken und dann zu entscheiden, was für uns brauchbar und nützlich ist", fühlte sich Klinsmann aber in seinen neuen Wegen bestätigt.

In drei Gruppen unterzogen sich die 20 Nationalspieler in Berlin einem 90-minütigen Programm mit bekannten Sprint- und Sprungübungen sowie unbekannten Beweglichkeits- und Geschicklichkeits-Tests - Grundlage für eine neue Datenbank über alle Kandidaten für die WM 2006. "Für uns sind das zusätzliche Informationen, woran die Spieler arbeiten müssen", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff. Der erste klassische Teil wurde von DFB-Internist Tim Meyer geleitet, der zweite (Flexibilität, Stabilität, Geschicklichkeit) deckten die von Klinsmann engagierten Experten um Chef Verstegen ab. "Das ist ein Feld, das wir nicht beackern", erklärte Meyer. Deshalb fühle er sich auch keinesfalls übergangen.

Teile des US-Aufwärmprogramms setzte Oliver Schmidtlein fort. Der Rehabilitations-Trainer des FC Bayern hatte selbst zwei Jahre in Amerika Erfahrungen gesammelt. Die Münchner liehen Schmidtlein, der bis zur WM 1998 schon einmal für den DFB gearbeitet hat, für die Brasilien-Vorbereitung aus. Deshalb zeigte sich Michael Ballack von den neuen Übungen am wenigsten verwundert: "Alles so wie bei den Bayern."

Inwieweit die Ergebnisse der Test, die nach Video-Auswertungen teilweise erst in einiger Zeit vorliegen werden, Konsequenzen für das Training der Nationalspieler haben könnte, wollte Meyer noch nicht sagen. "Wir werden das abgleichen mit unseren Erfahrungen. Und natürlich wollen wir Defizite beseitigen", meinte der Spezialist vom sportmedizinischen Institut der Universität Saarbrücken. Mit einem größeren Einfluss der neuen Tests und Daten etwa auf Abläufe oder Training in der Bundesliga rechnet Meyer jedoch nicht: "Da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Das waren neue Tests, da muss man ja nicht gleich alles revolutionieren."

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