US-Fluggesellschaften planen eigene Versicherung
Beim Terrorrisiko hängen Airlines weiter in der Luft

Amerikanische Fluggesellschaften planen, eine eigene Versicherung für Kriegs- und Terrorismus-Risiken zu gründen. Nach Informationen des Handelsblatts stehen etwa 70 Airlines, darunter große Gesellschaften wie American, Delta und United, in den Startlöchern, um einen genossenschaftlich organisierten Versicherer namens "Equitime" aufzulegen. Das Konzept hat der weltweit größte Versicherungsmakler Marsh entwickelt. Felix Hufeld, Deutschlandchef: "Wir beteiligen uns aber nicht an der Gesellschaft."

rl/ek/vwd DÜSSELDORF/NEW YORK. Equitime soll für 0,50 bis 0,70 $ pro Passagier und Flug sogenannte Drittschäden am Boden bis zu einer Obergrenze von 300 Mill. $ pro Fluggesellschaft versichern. Das sind Schäden, die abstürzende Flugzeuge am Boden anrichten. Die Amerikaner wollen die neue Gesellschaft bereits bis Juni am Start sehen. Europäische Luftfahrtspezialisten bezweifeln, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann.

Seit den Anschlägen vom 11. September sind die Airlines zum Ausgleich des Drittschaden-Risikos auf Staatsgarantien angewiesen, weil die privaten Versicherer weltweit ihre Deckungen zurückgezogen haben. Die noch im September ausgesprochenen Garantien, die ursprünglich nur für wenige Wochen gelten sollten, sind mehrmals verlängert worden. Der Grund: Airlines und Versicherer haben sich bisher nicht auf neue vertragliche Regelungen einigen können. Jetzt laufen die Fristen erneut aus - in den USA am 20. März; in der EU Ende des Monats. Unklar ist, ob diese Haftungszusagen noch einmal verlängert werden, falls ein ausreichender Versicherungsschutz sowohl in den USA als auch in Europa bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewährleistet ist. Die Finanzminister der EU blicken dabei auf die USA. Erst am Dienstag haben sie sich darauf verständigt, vor eigenen Beschlüssen eine Entscheidung aus Washington abzuwarten. In deutschen Luftfahrtkreisen gilt eine Verlängerung der Staatsgarantien jedoch als unumgänglich, da sich bisher kurzfristig keine Lösung abzeichnet.

Die Fluggesellschaften klagen darüber, dass am Markt kein akzeptables Angebot zu kaufen sei. Auch das Vorhaben in den USA wäre zumindest für europäische Airlines keine Lösung, es ist für den amerikanischen Markt reserviert. Der Versicherungsbeauftragte der Lufthansa, Ralph Oelßner, gibt zudem zu bedenken: "Der deutsche Markt wäre dafür zu klein."

Auf europäischer Ebene ist die AEA, die Vereinigung europäischer Fluggesellschaften dabei, einen Garantiefonds auf die Beine zu stellen. Er soll Risiken bis 1,5 Mrd. $ absichern. Das Projekt gilt als Vorstufe für ein weltweites Vorhaben, an dem die ICAO, die Organisation der Zivilluftverkehr betreibenden Uno - Mitglieder, arbeitet. Weltweit gibt es derzeit offenbar nur Versicherungsangebote, die entweder als überteuert und/oder unzureichend ausgestattet gelten. Beispielsweise das Angebot des US-Marktführers AIG über 1 Mrd. $ Deckung für 3,10 $ pro Passagier. Bislang war der Terrorschutz kostenlos zu haben.

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