US-Fluglinien erhalten besseren Zugang zum asiatischen Markt
USA und Hongkong liberalisieren Luftverkehr

Nach drei Jahren hartnäckigen Verhandelns haben sich Hongkong und die USA auf ein Luftverkehrs-Abkommen geeinigt, das den Wettbewerb auf wichtigen Flugstrecken verstärkt. Es erlaubt US-Fluggesellschaften - neben unbegrenzten Landerechten in Hongkong - von dort aus doppelt so viele Weiterflüge in andere asiatische Großstädte anzubieten wie bisher.

olm HONGKONG. Hongkonger Airlines eröffnet der Deal im Gegenzug einen erheblich besseren Zugang zum US- Markt. Außerdem macht er den Weg frei für eine gewinnträchtige Code-sharing- Allianz zwischen Asiens viertgrößter Fluglinie, der Hongkonger Cathay Pacific, und dem US-Riesen American Airways. Beide sind Partner in der Oneworld- Allianz, die durch das Abkommen gestärkt wird. Das Code- Sharing, das auch Preiskoordination erlaubt, mache die Zusammenarbeit zwischen Cathay und American auf der Transpazifik-Route zur wichtigsten Verbindung in der Oneworld-Allianz nach der zwischen British Airways und Australiens Qantas, meint Timothy Ross, Analyst bei UBS Warburg.

Cathay darf künftig jedes US-Ziel direkt anfliegen. Über das Codesharing mit American kann die Gesellschaft zudem 25 amerikanische Binnenstrecken wie seine eigenen vermarkten. Doch der Deal enthält einen Wehmutstropfen: Er öffnet Cathays bislang stark geschützte Traditionsrouten stärkerem Wettbewerb. Weil die Amerikaner nicht die gewünschte Zahl von Weiterflugrechten aus den USA nach Europa gewährten, sieht sich Cathay durch das Abkommen benachteiligt. Doch gesamtwirtschaftliche Vorteile erwogen die Hongkonger Regierung offenbar, einer Liberalisierung des Flugverkehrs zuzustimmen.

Ist die Logistik-Branche doch einer der wirtschaftlichen Stützpfeiler der Handelsmetropole. Ihr vier Jahre alter Flughafen Chep Lap Kok ist Asiens zweitgrößter nach Tokios Narita. Bei Fracht kommt er weltweit auf Platz drei. Doch trotz hoher Zuwachsraten ist er bislang längst nicht ausgelastet. Das Abkommen zementiert nun Hongkongs Rang als führendes Logistikzentrum im wachsenden südchinesischen Industriegürtel. Diese Position war durch den massiven Ausbau von Flughäfen auf dem angrenzenden chinesischen Festland unter Druck geraten.

Analysten sehen den Deal vor allem als Durchbruch für amerikanische Frachtflieger, die künftig von Hongkong aus wöchentlich zu 56 Zielen weiterfliegen dürfen. Bislang sind es nur acht. Amerikanische Passagierfluggesellschaften können Hongkong künftig nicht nur unbegrenzt anfliegen, sie dürfen von dort aus jede Woche 56 Mal zu anderen Zielen in Asien starten, doppelt so häufig wie bislang.

United Airlines begrüßte das Abkommen und kündigte an, künftig statt einem, jeden Tag zwei Flüge zwischen Hongkong und Tokio anzubieten. Analysten erwarten, dass auch Delta Hongkong anfliegen wird und Weiterflüge nach Seoul ins Programm nimmt, sobald ein Code-sharing-Abkommen mit dem Partner Korean Air unter Dach und Fach ist. Auch die stark frequentierten Passagier-Routen von Hongkong nach Singapur und Bangkok dürften das Interesse von US-Fluglinien wecken. Deren eklatante Kapitalnot zieht Expansionshunger jedoch derzeit Grenzen. UBS-Analyst Ross sieht auf Cathays angestammten Routen deshalb fürs Erste nur marginal höheren Wettbewerbsdruck. Kevin O?Connor von der Deutschen Bank ist anderer Meinung: "Auf zwei, drei Jahre macht mehr Konkurrenz, vor allem beim Frachtgeschäft, den Vorteil der Code-sharing-Allianz mit American für Cathay mehr als zunichte", meint er. Die Cathay-Aktie fiel gestern um 3 % auf 11,45HK$, deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Handelsblatt

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