US-Forscher entwickeln Antikörper
Medikament kann Jugenddiabetes bremsen

Mit einem neuartigen Medikament haben amerikanische Forscher Jugenddiabetes in einem Frühstadium halten können und seine weitere Ausbildung verzögert.

wsa HAMBURG. Das Mittel unterdrückt das Immunsystem, das bei der Entstehung von Jugenddiabetes die Insulin produzierenden Zellen angreift. Im Vergleich zu anderen Medikamenten, die ähnlich wirken, muss das neue Mittel aber nur kurze Zeit gegeben werden und hat wesentlich weniger Nebenwirkungen. Laut einer Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "New England Journal of Medicine" bildeten die Patienten unter der neuen Therapie deutlich länger körpereigenes Insulin.

In der Studie wurden zwölf Patienten mit dem Antikörper behandelt. Im Verlauf eines Jahres sank bei neun der behandelten Patienten die Insulinproduktion gar nicht oder nur wenig ab. "Patienten, die noch eigenes Insulin haben, können ihre Krankheit wesentlich besser kontrollieren als solche, die kein Insulin mehr bilden können", sagt Kevan Herold, der Leiter der Studie. Das Medikament, ein so genannter humanisierter Antikörper, entstand aus Antikörperteilen der Maus, die mit menschlichen Anteilen verschmolzen wurden. Er wirkt spezifisch gegen die Immunzellen, die die Insulin produzierenden Zellen angreifen. Die Entstehung der Zuckerkrankheit wird so verzögert.

Zwar wird das neue Medikament nicht die Ausbildung der Zuckerkrankheit verhindern können, doch schon eine Verzögerung kann die Prognose der Patienten verbessern.

Quelle: Handelsblatt Beim Jugenddiabetes geht die körpereigene Insulinproduktion meist sehr schnell verloren, die Patienten sind für den Rest ihres Lebens auf Insulinspritzen angewiesen. Studien haben gezeigt, dass die Kontrolle des Blutzuckers mit erhaltener Insulinproduktion deutlich einfacher ist, als wenn nur gespritztes Insulin zur Verfügung steht. Und eine bessere Blutzuckerkontrolle verhindert Spätschäden an Augen, Nieren und den Gefäßen.

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