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US-General: Anschläge vom 11.9. hätten verhindert werden können

Washington (dpa) - Die vier am 11. September 2001 entführten Flugzeuge hätten nach Einschätzung der US-Luftwaffe vor den Einschlägen im World Trade Center und im Pentagon abgeschossen werden können.

Washington (dpa) - Die vier am 11. September 2001 entführten Flugzeuge hätten nach Einschätzung der US-Luftwaffe vor den Einschlägen im World Trade Center und im Pentagon abgeschossen werden können.

Voraussetzung wäre gewesen, dass die Flugaufsichtsbehörde die Luftwaffe rechtzeitig informiert hätte, sagte Luftwaffen-General Ralph Eberhart am Donnerstag vor der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge in Washington. Die Kommission kritisierte Zivil- und Militärbehörden, die überhaupt nicht vorbereitet gewesen seien und kopflos reagiert hätten.

Am letzten Tag der Anhörungen war erstmals die Stimme des Flugzeugentführers Mohammed Atta an Bord einer der Maschinen zu hören. «Wir haben einige Flugzeuge in unserer Gewalt», sagte Atta damals. «Wenn Sie irgendetwas tun, gefährden Sie sich selbst und das Flugzeug.» Das Band wurde von der Flugüberwachung aufgezeichnet. Atta gilt als Anführer der 19 Männer, die an dem Tag vier Maschinen entführten. Er lebte vorher in Hamburg. Atta lenkte die erste Maschine in das World Trade Center.

Trotz gegenteiliger Ergebnisse der Kommission ist US-Präsident George W. Bush weiter davon überzeugt, dass zwischen dem irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk El Kaida Beziehungen bestanden. Das war einer der Hauptgründe, die Bush für den Irak-Krieg genannt hatte. So hätten sich irakische Geheimdienstleute mit El-Kaida-Chef Osama bin Laden getroffen, sagte Bush nach einer Kabinettssitzung in Washington. Zudem habe Saddam zahlreichen anderen Terroristen wie dem Palästinenser Abu Nidal Unterschlupf und Unterstützung gewährt. Die Kommission hatte für eine solche Verbindung keinerlei Belege gefunden.

Nach Angaben von General Eberhart war die Luftwaffe nur wenige Minuten vor den Einschlag der ersten Maschine im World Trade Center alarmiert worden. Die Kampfflugzeuge seien 153 Meilen entfernt gewesen. Heute könne die Luftwaffe in einem ähnlichen Fall wesentlich früher intervenieren.

Hart ging die Kommission mit dem Kommando der US-Luftverteidigung NORAD und der Luftfahrtbehörde FAA ins Gericht. Wertvolle Minuten seien zwischen der ersten Entführung und dem von Passagieren herbeigeführten Absturz der vierten Maschine fast eine Stunde später vergangen. Verwirrung in FAA und NORAD hätten zu Verzögerungen bei der Entsendung von Kampfjets zum Abfangen der Flugzeuge geführt.

Nach den Erkenntnissen der Kommission schaltete die FAA das Militär viel zu spät ein. Fluglotsen erkannten am 11. September um 08.21 Uhr, dass etwas mit dem Flug American Airlines 11 nicht stimmte. NORAD erfuhr davon aber erst um 09.03 Uhr, als die Maschine ins World Trade Center raste. Die Maschine mit der Flugnummer American Airlines 77, die die Terroristen ins Pentagon lenkten, flog 36 Minuten unentdeckt in Richtung Washington, obwohl die Maschine auf dem Weg nach Los Angeles hätte sein müssen.

Vizepräsident Richard Cheney befahl das Eingreifen des Militärs in allen vier Entführungsfällen. Doch die Luftwaffe erreichte der Befehl erst um 10.30 Uhr, nachdem die vierte entführte Maschine bereits auf einem Feld in Pennsylvania abgestürzt war.

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