US-Gewinne besser als die Börsenstimmung
Analysten erwarten starke Ergebnismeldungen der US-Unternehmen für das zweite Quartal

Gewinnwarnungen belasteten die Märkte mehr, als sie sollten.

siri NEW YORK. Trotz einer Reihe von Gewinnwarnungen bleiben Analysten an der Wall Street optimistisch. Das Gewinnwachstum der Unternehmen sei nach wie vor solide, sagte Joe Cooper, Experte beim Marktbeobacher First Call/Thomson Financial. Die durchschnittliche Gewinnsteigerung für die im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen liege für das zweite Quartal 22 % bis 23 % über dem Vorjahreszeitraum. Damit liegt die Wachstumsrate nur knapp unter dem Sechs-Jahres-Hoch vom ersten Quartal 2000, als ein Plus von 23,6 % erreicht worden war. Die Gewinnwarnungen belasteten die Märkte mehr, als sie sollten, bekräftigte Barry Hymann, Chef-Stratege beim Investmenthaus Ehrenkrantz King Nussbaum. Die Gewinnsaison - die Zeit, in der die US-Unternehmen die Gewinne für das zweite Quartal 2000 bekannt geben - beginnt inoffiziell in der kommenden Woche am 10. Juli. Am New Yorker Aktienmarkt herrscht derweil Nervosität. Die jüngsten Gewinnwarnungen des Computer-Dienstleisters Unisys, des Druckerherstellers Xerox, des Reifenherstellers Goodyear sowie des Lebensmittelproduzenten Del Monte rissen die Aktienindizes zum Ende des zweiten Quartals in die Tiefe. Zwar kletterten die Aktienbarometer zum Wochenende noch ein wenig in die Höhe, ein richtiges Stimmungshoch konnte sich aber im zweiten Quartal nicht herausbilden. So verzeichnet der Nasdaq Composite Index von März bis Mai ein Minus von 13,3 %, der Dow-Jones-Index fiel um 4,3 % und der S&P 500, der die Aktienkursentwicklung der 500 wichtigsten US-Unternehmen misst, gab 2,9 % nach.

Bis zum Wochenende hatten 309 der 500 im S&P gelisteten Unternehmen neue Gewinnprognosen veröffentlicht, 57 % davon waren negativ gewesen. "Die Zahl der negativen Meldungen ist nur leicht höher als üblich", meint Cooper. Üblicherweise seien rund die Hälfte der Gewinnmeldungen negativ. Cooper warnt allerdings davor, den Prozentzahlen zu großen Wert beizumessen: "Viele der Gewinnwarnungen kamen von kleinen Unternehmen, die keinen großen Einfluss auf den S&P-500-Index haben." Steven Wieting, Analyst beim Investmenthaus Salomon Smith Barney, glaubt ebenfalls, dass der Eindruck, der durch die öffentlichkeitswirksamen Gewinnwarnungen erzeugt wurde, zu negativ sei: "Es sieht wirklich nicht so düster aus", meinte er. Nach drei aufeinanderfolgenden Quartalen von Wachstumsraten über 20 % sei jetzt eine leichte Verlangsamung des Wachstums bemerkbar. An den Aktienmärkten würde sich das nach wie vor gute Klima allerdings nicht widerspiegeln.

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