US-Gewinnwarnungen belasten
Finanzwerte reißen Dax auf Sechs-Jahres-Tief

Massive Kursverluste bei Finanzwerten wie der Deutschen Bank oder der Münchener Rück haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Freitag auf den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren gedrückt. Der Markt sei zwar völlig überverkauft, sagten Händler. Angesichts der anhaltend schlechten Stimmung am Aktienmarkt seien weitere Verluste jedoch sehr wahrscheinlich. Für eine Trendwende müsse die Konjunktur anspringen. Doch ein Aufschwung sei derzeit nicht in Sicht.

rtr/vwd/ddp FRANKFURT. Am Neuen Markt verbuchten die Aktien von Senator auf Grund von Spekulationen um einen bevorstehenden Vertragsabschluss einen Kurssprung von zeitweise 75 %.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Freitag 3,5 % schwächer bei 2 714,62 Zählern. Damit hat das Börsenbarometer in der abgelaufenen Woche per Saldo sieben Prozent an Wert verloren. Am Neuen Markt verlor derweil der Auswahlindex Nemax 50 am Freitag 3,2 % auf 315,43 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax 0,8 % im Minus bei 2 841,72 Stellen lag.

Auf dem gegenwärtigen Niveau sah ein Händler für den Dax "keine sinnvollen Unterstützungen". Die Marke von 2 700 Punkten spiele für ihn keine Rolle; eine psychologisch wichtige Marke seien erst 2 500 Punkte. "Ich habe es aufgegeben, nach neuen Gründen für die Abgaben zu suchen", sagte der Händler. Den starken Rückgang der deutschen Standardwerte hält er für übertrieben; schließlich seien die Unternehmen angesichts ihrer internationalen Umsätze kaum noch als deutsche Unternehmen zu bezeichnen.

Die Aktien der Deutschen Bank fielen um 7,2 % auf 41,75 ? und damit auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Den Kursverlust begründeten Händler mit Spekulationen über eine mögliche Senkung der Geschäftsprognosen. Der Auslöser sei die Herabstufung der Papiere durch die Investmentbank Goldman Sachs am Vortag gewesen. Bei der Deutschen Bank war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Unterdessen brachen die Aktien der Münchener Rück fielen auf ein Fünf-Jahres-Tief und schlossen 8,9 % im Minus bei 101,30 ?. Neben der allgemeinen Börsenflaute belasteten Händlern zufolge die Kursverluste bei Commerzbank und HypoVereinsbank, deren Titel sich um 5,3 beziehungsweise 7,8 % verbilligten. An beiden Finanzhäusern ist der weltgrößte Rückversicherer maßgeblich beteiligt.

Zudem sei der Preis der Münchner-Rück-Aktien als einziger der Dax-Unternehmen noch dreistellig, fügte ein Marktteilnehmer hinzu. Da spekulierten offenbar einige Anleger darauf, den Kurs unter die Marke von 100 ? zu drücken.

Die überraschende Senkung der Gewinnprognosen durch den US-Pharmakonzern Schering-Plough setzte international die Pharmawerte unter Druck. Der europäische Subindex für diese Branche verlor 1,5 %. Die Papiere von Schering-Plough rutschten derweil knapp vier Prozent ab.

Die Aktien von Bayer und Altana verbilligten sich derweil um 2,5 % auf 18,69 ? beziehungsweise um 3,1 % auf 38,58 ?. Bayer hatte am Morgen seine Gesamtjahresprognose bekräftigt und dabei den Verkauf seiner Rhein-Chemie-Gruppe bekannt gegeben.

Im MDax legten die Aktien von Puma 3,7 % auf 58,30 ? zu. Am Vortag hatte der Sportartikelhersteller abermals seine Geschäftsprognosen für das laufende Jahr angehoben.

Am Neuen Markt schlossen die Titel des Filmproduzenten und Rechtehändlers Senator Entertainment in Drittel fester bei 0,60 ?. Es gebe Gerüchte um einen bevorstehenden Vertragsabschluss, der Senator einen zweistelligen Millionen-Betrag einbringen könnte, sagte ein Börsianer.

Ansonsten verloren im Nemax 50 Elmos 20 Prozent auf 3,97 Euro. Kontron fielen um 13,2 Prozent auf 1,78 Euro. Gericom verbilligten sich nach den Gewinnen der vorangegangenen Handelstage um 11,4 Prozent auf 8,15 Euro. United Internet verteuerten sich um 3,8 Prozent auf 5,50 Euro und Aixtron um 3,5 Prozent auf 4,42 Euro.

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